[053] Alte Bergschule mit Knappenbrunnen in Eisleben

Objektbeschreibung

Die alte Bergschule

Alte Bergschule in Eisleben mit Knappenbrunnen (Foto Sauerzapfe)

Die alte Bergschule ist ein schlichter Barockbau mit Mansardendach. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1229, als ein von den Mansfelder Grafen gestiftetes Hospital für dienstunfähige Bergleute. Dies bezeugt eine 1735 über dem Eingang des Bruchsteingebäudes angebrachte Gedenktafel. Sie zeigt das Bild des Gekreuzigten, darunter das vierfach geteilte Mansfelder Gesamtwappen. Zur Seite stehen die Sprüche:

„Das Blut Jesu Christi, Gottes Sohn, macht uns rein von aller Sünde (Joh. 1). Siehe das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt“.

Außerdem findet sich der Spruch:

„Dieses Haus steht in Gottes Hand,
Sant Cathrin Hospital genand,
Welches haben gestifft mit mildem Geld
Die Edlen Graffen von Mansfeld
Zu Hilff der alten Bergleut Schaar,
Die ihre Zeit und ihre Jahr
In Edlem Bergwerck zugebracht
Gefahr und Müh gar nicht geacht,
Sollen in ihrem Alter auch nuh
Mit Gott erhalten ihre Rast und Ruh.


Wer nun im Bergwerck treu thut sein.
Der kann mit wenig Kosten ein
Hier kommen, ob gleich ist alt,
haben seins Lebens aufenthalt.
Jedoch soll er mit Dankbarkeit
Darum Gott bitten alle Zeit,
Das er Bergwerckk u. gantze Land
Erhalt in guten Glück und Stand.
Befihl dem Herren deine Wege und hoffe auff ihn,
er wird`s wohl machen. Amen.

Von 1817 bis 1844 war dieses Gebäude Heimstatt der 1798 gegründeten Bergschule Eisleben. Das Haus bot drei Klassen mit je 10 Schülern Platz. Das war aber viel zu wenig, sodass auf Betreiben des ersten Hauptlehrers C.F. Ludwig Plümicke das Haus als Bergschule aufgegeben wurde und der Unterricht seit dieser Zeit im ehemaligen Königlich-Westfälischen Bergamt, Sangerhäuser Strasse 30, weitergeführt wurde. Die alte Bergschule wurde Wohnhaus.

Neben der bereits genannte Gedenktafel wurden auf Betreiben des 1990 gegründeten Traditionsverein der Bergschule Eisleben e.V. weitere historische Accesoires angebracht:

  • 1948 eine Tafel zur Erinnerung an die 150-Jahr-Feier der Gründung der Bergschule,
  • 1998 eine Tafel zur Erinnerung an die 200-Jahr-Feier der Gründung der Bergschule,
  • 2000 ein Glockenspiel zu Ehren der Feiern „800 Jahr Mansfelder Bergbau– und Hüttentradition“.

2000 wurde das Gebäude als Wohnhaus aufgegeben. Im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen „Katharinenstift“ erfolgte 2002 – 2006 auch eine grundlegende Sanierung der alten Bergschule.

Der Knappenbrunnen

Der Knappenbrunnen, vor der alten Bergschule in der Sangerhäuser Strasse stehend, ist ein Geschenk des Mansfeld Kombinates an die Lutherstadt Eisleben und wurde am 30. April im Martin-Luther-Jahr 1983 eingeweiht.

Die achteckige Brunnenanlage schuf der Quedlinburger Bildhauer Wolfgang Dreyse. Die acht Bronzeskulpturen des Bildhauers wurden auf der Saigerhütte des Mansfeld Kombinates von Fritz Weißbrodt und Henry Kutzner gegossen. Die Figuren, welche auf dem Becken aus bulgarischem Sandstein stehen, verkörpern wichtige historische Berufsgruppen des Mansfelder Reviers: den Knappschaftsältesten, den Hüttenschmied, den Bergmaurer, den Schmelzer, den Hauer, den Bergsänger, den Bergrichter und nicht zuletzt den Treckejungen.

Der Bildhauer schrieb über seine Figuren: „Wenn sie auch in der Kleidung und durch das Werkzeug historisch erscheinen, so sind sie durch Gestik und Gesichtsausdruck ganz gegenwärtig, so lebendig wie der Mann auf der Straße.“

Der Brunnen vereint Gegenwärtiges mit Traditionellem: Traditionell ist die achteckige Form des Brunnenbeckens nach dem Vorbild der historischen Arche, die hier bis 1950 gestanden hat. Traditionell sind aber auch der wasserführende Brunnenstock und die Brunnentreppe.


Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Die alte Bergschule liegt im Zentrum der Lutherstadt Eisleben (oberhalb des Marktplatzes). Der Knappenbrunnen ist unmittelbar vor dem Gebäude zu finden.

    Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Luthergedenkstätten im Zentrum der Lutherstadt Eisleben.

  • Geodaten:
    51°31'42.76"N 11°32'33.22"E
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