[029] Mansfeld-Museum Hettstedt

Objektbeschreibung

Mansfeld-Museum im Humboldtschlösschen (Foto Steinbrecher, KVML)

Der Quedlinburgische Stiftshauptmann Friedrich Wilhelm von Posadowsky, Freiherr von Postelwitz, erwarb 1713 das ehemals gräflich-mansfeldsche Amt Burgörner samt Hof und Haus. Er ließ um 1721 einen neuen hochbarocken Herrensitz mit repräsentativem Eingangsbereich, zweiläufiger Treppe und Festsaal errichten. Vom "Alten Haus" stand lange ein bewohnter Bergfried, der 1962 abgerissen wurde.

Eine Urenkelin von Posadowsky, Caroline Friederike von Dacheröden (1766 - 1829), die Amt Burgörner erbte, heiratete 1791 den preußischen Reformer Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835), 1808 als Leiter der Abteilung Kultur und öffentlicher Unterricht im Preußischen Ministerium des Inneren berufen und Begründer der Berliner Universität Unter den Linden.

Nach der Vermählung bewohnte das Ehepaar einige Jahre das Humboldtschlösschen in Burgörner. Hier verfasste Humboldt seine Schriften "Ideen über Staatsverfassung" und "Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen."

1885 erwarb die Mansfeld`sche Kupferschiefer bauende Gewerkschaft (ab 1921 Mansfeld AG) Gut und Schloss Burgörner, welche 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet wurden.

Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine (Foto Steinbrecher, KVML)

Die Rechtsträgerschaft am Humboldtschlösschen und dessen Umfeld wurde 1983 dem ehemaligen VEB Mansfeld Kombinat übertragen. Dieses errichtete 1983/85 einen originalgetreuen Nachbau der äußerlich sichtbaren Komponenten und Bewegungsabläufe der ersten in Deutschland konstruierten und gefertigten, 1785 im benachbarten Burgörner Revier in Betrieb genommen Dampfmaschine Watt`scher Bauart.

1989 eröffnete das Mansfeld Kombinat im Schlösschen und auf dessen Freigelände ein Betriebsmuseum, dessen Trägerschaft 1991 auf den Landkreis überging. Heute befindet sich das Museum in Rechtsträgerschaft der Stadt Hettstedt.

Im Freigelände finden sich Originalausrüstungen zur Kupferschieferverhüttung und Halbzeugerzeugung, eine Dampflok mit verschiedenen Wagentypen der ehemaligen betrieblichen Schmalspurbahn sowie nachgeschaltete Bergbaubetriebsstätten.

Ca. 50 m neben dem Museum befindet sich das 1852 geteufte, 100 m tiefe Lichtloch 24 des Schlüsselstolln, aus dem ab 1864 Burgörner mit Trinkwasser versorgt wurde. (Reste dieser Dampfpumpe sind im Freigelände zu sehen)

Die Rasensohle des Lichtlochs 24 mit einem Blick in die ausgeleuchtete Schachtröhre kann vom Mansfeld Museum aus besucht werden. Eingeschränkt gilt dies auch für die Dinglerstation im Betriebsgelände der ehemaligen Kupfer-Silber-Hütte

Im Mansfeld Museum werden jährlich an zwei aufeinander folgenden Wochenenden im August die Hettstedter Mineralien- und Fossilienbörse sowie Modelldampftage Hettstedt mit internationaler Beteiligung veranstaltet.

Besucher im Museumsbereich (Foto Sauerzapfe)

Link zur Seite des Museums

(Letzte Aktualisierung: November 2018)


Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Das Mansfeld Museum in Burgörner-Altdorf, seit 1950 ein Ortsteil der Stadt Hettstedt, liegt in der Nachbarschaft produzierender Betriebe für Kupfer/Messing - bzw. Aluminiumhalbzeug. (so zum Beispiel das Walzwerk Hettstedt - MKM)

    Es befindet sich im "Humboldt-Schlösschen" und auf dem dieses umgebenden Freigelände unweit der Station Eduardschacht der Mansfelder Bergwerksbahn.

    Die Anschrift lautet:

    Mansfeld-Museum Hettstedt, Schloßstraße 7 in 06333 Hetstedt

  • Geodaten:
    51°37'32.63"N 11°30'44.41"E
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