[134] Neue Hütte im Wimmelburger Goldgrund

Objektbeschreibung

Die in der Objektbeschreibung verwendeten Informationen sind der vom Kultur- und Heimatverein Wimmelburg e.V. am Standort der Neuen Hütte errichteten Informationstafel „Wasserkunst und Neue Hütte“ entnommen. Den Aktivitäten dieses Vereins ist es zu verdanken, dass am Standort der ehemaligen Neuen Hütte der Nachwelt fundierte Informationen zu diesem bemerkenswerten Zeugnis Mansfelder Hüttenkunst erhalten bleiben. Verständlich, dass hier, wie an vielen anderen Stellen im ehemaligen Mansfelder Revier, die Kraft ehrenamtlicher Vereine nicht ausreicht, gegen den Verfall der noch vorhandenen Substanz anzugehen.

Um so bedauernswerter ist es, dass der Erhalt solcher einmaligen Relikte aus 800 Jahren Berg- und Hüttenwesen für die Öffentliche Hand unserer Region nur eine untergeordnete Rolle spielt: Das Landesverwaltungsamt hat mit Stand August 2020 die Genehmigung zum Abbruch des Gebäudekomplexes erteilt.

Gebäude der Neuen Hütte und vom Kultur- und Heimatverein Wimmelburg e.V. errichteter Informationspunkt
(Foto Sauerzapfe 2018)

 

 

Der Bau der Hütte und einer Wasserkunst im Lichtloch 64 des Froschmühlenstollens resultiert aus einem 1786 gefassten Beschluss der Mansfeldisch-Eislebischen Gewerkschaften. Die Realisierung erfolgte auf der Grundlage eines Projektes des Freiberger Kunstbaumeisters Johann Friedrich Mende.1790 konnte das erste Hüttenfeuer angeblasen werden. Die Hütte produzierte bis 1801.

Ehrenberger Ofen
Teilansicht des Ofenhauses 2012

Auf der Hütte wurde dafür ein vom Mansfelder Hüttenmeister Ehrenberg entwickelter und 1721 erstmals gebauter Ofentyp eingesetzt.

 

 

 

Die "Neue Hütte" bei Wimmelburg ist der einzige Hüttenstandort im Mansfelder Revier auf dem noch Teile dieses Ofentyps vorhanden sind.

 

Noch erhalten sind :

  • das komplette Hüttengewölbe
  • die Ofenrückwände
  • die Ofenfundamente
  • eine Ofenseitenwand
  • eine Winddüse
  • die kompletten Luttkanäle unterhalb der Ofensohle

 

Schematische Darstellung der Wasserkunst im Lichtloch 64 (Schacht Aa = LL 64 (F)) des Froschmühlenstollens nach dem Projekt des Kunstbaumeisters J.F. Mende vom 23. Dezember 1786; erstellt von R. Mirsch 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Der historische Hüttenstandort liegt am nordwestlichen Ortsrand Richtung Goldgrund. Er ist gut zu Fuß und auch mit PKW erreichbar. Ein Rastplatz und eine ausführliche Informationstafel laden zum Verweilen ein. Ein Stück des Weges weiter in den Goldgrund hinein erreicht man die Lutherhalde; eine Halde mit Schlackenresten aus der Lutherzeit - vermutlich die Halde einer Hütte, die von Hans Luder (Luthers Vater) betrieben worden ist.

  • Geodaten:
    51.524264,11.495711
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