Die Exkursion ist von Dr. Stefan König zusammengestellt und führt vom Westen, vom Ausgehenden des Kupferschieferflözes, nach Osten, ins Innere der Mansfelder Mulde. Die erste Station ist ein gut ausgeschilderter Natur- und Geopfad, auf dem unter anderem ein geologischer Aufschluss am Ausgehenden des Kupferschieferflözes zu finden ist. Dieser Rundweg führt ebenso zu Pingen und Kleinsthalden, den ersten Relikten des Kupferschieferbergbaus. Weitere Stationen der Exkursion sind eine Flachhalde mit Aussichtspunkt auf dem Haldenplateau, eine Halde mit "Branntschiefern" und die Spitzkegelhalden der Großschachtanlagen.

Die Tour ist in verkürzter Form auf der Outdooractive-Plattform eingestellt. Dort kann man auch selbst konfigurierte Beschreibungen zusammenstellen und als als pdf-Datei herunterladen.



Detailbeschreibung

Die Exkursion beginnt am Schlossberg in Mansfeld (Parkplatz) und kann an einer Spitzkegelhalde, beispielsweise am Haldenkomplex des Otto-Brosowski-Schachtes (ehemals Paulschacht) an der Straße zwischen Siersleben und Heiligenthal enden. Die Entfernung zwischen diesen beiden Punkten beträgt mehr als 18 km. Insofern empfiehlt es sich, die einzelnen Stationen mit dem Auto anzufahren und dann zu Fuß näher zu erkunden. Der hier vorgeschlagene Streckenverlauf ist dabei nicht bindend! Die Reihenfolge Stationen sollte, ebenso wie der Zeitpunkt für einen Besuch, frei gewählt und insbesondere bezüglich der Stationen 3 (Zirkelschacht) und 5 (Haldenkomplexe mit Spitzkegelhalden) abhängig von den weiter unten erläuterten Möglichkeiten für einen Zutritt zu diesen Halden festgelegt werden.


Die Stationen der Exkursion

Zur Navigation können Sie sich über diesen Link die Stationen in Google Maps anzeigen lassen; die Karte enthält auch den Vorschlag für eine Autoroute. Für die Station 5 (Haldenkomplexe mit Spitzkegelhalden) sind optionale Wegangaben eingezeichnet. In der Wegbeschreibung sind die einzelnen Stationen der Exkursion ebenfalls zu Google Maps verlinkt. Der Weg zum nächsten gewünschten Punkt der Tour kann somit einfach auf der Karte angewählt werden. Mit Hilfe der App "Maps" lässt sich dann eine Navigations-Route von Ihrem aktuellen Standpunkt dorthin ermitteln.

Die bei einer Begehung im September 2018 aufgenommenen Routen sind am PC nachbearbeitet. Insofern sind, insbesondere für Abschnitte abseits der Straßen, Abweichungen vom tatsächlichen Wegeverlauf nicht immer auszuschließen!

Die Stationen sind z.T. unter www.kupferspuren.eu detailliert beschrieben. Ihre Lage ist auch in der vom Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt herausgegebenen „Geologisch-montanhistorischen Karte Mansfeld-Sangerhausen" (2008) ersichtlich.

Leider sind die technischen Anlagen und Einrichtungen der Haldenbetriebe nicht mehr vorhanden. Allerdings können auf dem Freigelände des Bergbaumuseums Wettelrode einige Exponate (z.B. Kopfwippe, Gondel Höhenförderer) besichtigt werden.


Wegbeschreibung

Station 1 - Schlossberg Mansfeld - Das Ausgehende des Kupferschieferflözes sowie die Pingen-/Haldenlandschaft 

Die geologischen Aufschlüsse und die Pingen- /Haldenlandschaft an unserer ersten Station sind Teil eines ausgeschilderten Natur- und Geopfades. Den auf einer Schautafel vor Ort gezeigten Verlauf  gibt die hier verlinkte Google Map Karte als separate Teilstrecke (grün gezeichneter Pfad) wieder.

Unser Wegvorschlag für die Station 1 soll nur als Anregung dienen. Der Natur- und Geopfad, das Schloss und die Aussicht auf die Stadt Mansfeld mit ihren Lutherstätten lassen hinreichend Spielraum für Eigeninitiative beim Erkunden der vielen Sehenswürdigkeiten!

Die geologischen Aufschlüsse (Stationen 1.1 und 1.2)

Station 1.1 - Aufschluss Rotliegend

Im Graben der Burg sind rot gefärbte Sandsteine und verfestigtes Schottergestein der Permzeit zu sehen. Diese Schichten werden, zurückgehend auf ein im Bergbau des Mansfelder Landes geprägten Begriff, als „Rotliegend“ (früher auch "Roliegendes") bezeichnet. Es ist das unter dem Kupferschiefer lagernde taube Gestein. Eine Tafel des beschilderten Rundweges vermittelt nähere Informationen zu diesem Aufschluss, der unmittelbar hinter dem Eingang zum Schloss im Burggraben zu finden ist.

Vorbei an mit Schwermetallrasen bedeckten Flächen – mit etwas Glück kann man hier das „Kupferblümchen“  finden – geht es zur

Station 1.2 - Aufschluss Kupferschieferflöz

Am Südhang des Schlossberges befindet sich an einer Hangböschung an dem Weg etwas unterhalb des Geopfades ein bemerkenswerter geologischer Aufschluss.  Der Hanganschnitt ist beim Anlegen der hier verlaufenden Trasse für eine elektrische Kleinbahn entstanden, die von 1900 bis 1922 Eisleben mit Hettstedt verbunden hat. Er vermittelt einen Einblick in die Geologie des Kupferschieferflözes sowie seiner unmittelbaren liegenden und hangenden Gesteinsschichten. Während die Gesteine des Rotliegenden deutlich sichtbar sind, erweist sich die Ansprache des Kupferschieferflözes schwieriger. In dem abgebauten Flözhorizont finden sich nur noch einzelne Reste des Kupferschiefers. Weiterhin ist eine kleine tektonische Störungszone zu erkennen. Über dem ca. 0,3 bis 0,4 m mächtigen Kupferschieferflöz folgt der ca. 4 bis 6 m mächtige Zechsteinkalk. Er wurde früher als Baumaterial verwendet. Hinweise auf den aufgegebenen untertägigen Zechsteinkalkbruch im Bereich der ehemaligen Bahntrasse sind heute nicht mehr zu finden. An der Hangböschung sowie in einem Steinbruch stehen Gipsschichten sowie merglige und dolomitische Rückstandsbildungen des Zechsteinsalinars an. Der im Steinbruch gewonnene Gips wurde möglicherweise beim Bau des Schlosses Mansfeld verwendet, was die Zusammensetzung des verwendeten Baumörtels vermuten lässt.

Station 1.3 - Die Pingen-/Haldenlandschaft

Im Bereich des Schlossberges Mansfeld tritt das Kupferschieferflöz nach Übertage aus bzw. liegt in geringen Tiefen (2-10 m) unter der Geländeoberkante. Die Erzgewinnung kann man vor dem 16. Jh. einordnen. Zu Beginn des 19. Jh. blieben im Bereich des Schlossberges weitere Abbauversuche erfolglos. Neben Kleinsthalden prägen trichter- und kesselförmige Vertiefungen, die Pingen, das Antlitz der Tagesoberfläche. Diese "Kraterlandschaft" ist das Ergebnis des sogenannten Duckelbergbaus. Die Schächte wurden bis zum Flöz in geringe Tiefen bis maximal etwa 10 m getrieben. Von der Sohle dieses Schachtes ist dann sternförmig im Umkreis von etwa 10 m das Erz gewonnen und mit Haspeln zu Tage gebracht worden. Taubes Gestein schüttete man rings um den Schacht ab. Nach dem Ausbeuten des Standortes wurde unmittelbar daneben der nächste Schacht geteuft.

Der Bereich ist stark verbuscht und nur schwer zugänglich, in den Pingen findet sich teilweise auch Müll.

Wer gut zu Fuß ist, kann, wie die Karte zeigt, den Rundweg auch erweitern (blau gezeichneter Pfad), von der Station 1.3 die Station 2 aufsuchen und dann zurück zum Parkplatz gehen! Ein Stop mit dem Auto an Station 2 auf dem weiteren Weg ist natürlich bequemer! Der Fußweg ist ausgeschildert und verläuft etwas nördlich von Station 1.3 beginnend auf dem sogenannten Lutherweg, der scharf in südliche Richtung auf die alte Poststraße abbiegt und dann nach einem kurzen Stück Weges vom Lutherkreuz Richtung Osten der Trasse der ehemaligen elektrischen Kleinbahn folgt. Die Kleinhalden liegen am Ende unseres Fußweges auf der dem Lutherweg gegenüber liegenden Straßenseite.

Auch für den Rückweg ist die Strecke Richtung Station 1.3 unter Umständen die bessere Wahl. Der nördlich liegende, zum Parkplatz abzweigendeTeil des Pfades ist begehbar, führt aber durch stark verbuschtes Waldgelände.

Station 2 - Die Kleinhalden des 17. bis 19. Jahrhunderts

Der Übergang zum Bergbau des 17. bis 19. Jahrhunderts, sichtbar an seinen Kleinhalden, lässt sich vom Schlossberg Mansfeld aus, entlang der Landstraße nach Klostermansfeld gut beobachten. Die Sicht vermittelt einen Eindruck von den Kleinhalden in diesem Bergbaubereich, im sogenannten Hundeköpfer Revier.

Während nördlich der Landstraße eine Haldenlandschaft anzutreffen ist, fehlt sie südlich davon. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die zahlreichen Halden in diesem Bereich rückgebaut und vergraben wurden. 

Station 3 - Die Flachhalden des 19. und 20. Jahrhunderts

Ein Beispiel für die Vielzahl der Flachhalden des 19. und 20. Jahrhunderts mit Berge- und Ausschlägehalden ist die Bergwerksanlage des ehemaligen Zirkel-Schachtes. Der 495 m tiefe Schacht war von 1891 bis 1927 in Betrieb. Von dieser ehemaligen Bergwerksanlage sind nur die Halde sowie einige Gebäudereste erhalten geblieben. Die verfüllte Schachtröhre ist mit einer Betonplatte abgedeckt. Die Tagesanlagen sind später zeitweilig für Wohnzwecke genutzt worden und stehen heute leer.

In der Mansfelder Montangeschichte sind mit dem Zirkel-Schacht zwei schwerwiegende Ereignisse verbunden. Im August 1907 kam es zu einem Seilfahrtsunglück, bei dem fünf Bergleute ihr Leben verloren. Im Oktober 1907 ereignete sich in der 5. Sohle des Zirkel-Schachtes ein verheerender Wassereinbruch mit einem großen materiellen Schaden. Diese Wassereinbruchsstelle, die einen maximalen Zufluss von 30 Kubikmeter/min aufwies, war bis zur Flutung des Mansfelder Reviers im Jahr 1971 aktiv. In der Nähe der Halde kam es Übertage zu Senkungen und Erdfällen, die vom Haldenaussichtspunkt gut erkennbar sind. Eine Verbindung der untertägigen Wassereinbruchstelle im Zirkel-Schacht mit den Mansfelder Seen konnte nachgewiesen werden.

Den weiträumigen Haldenkomplex des Zirkel-Schachtes schüttete man aus Bergen sowie aus Ausschlägen auf. Dementsprechend auffällig sind, wie bei vielen anderen Mansfelder Halden, die Farbunterschiede zwischen den einzelnen Haldenteilen. Die Flachhalde enthält auf einer Fläche von 15,2 ha etwa 7,1 Mio. t Gestein und überragt das Gelände um 58 m.

Im Haldenbetrieb des Zirkel-Schachtes wurden die Förderwagen an den Haldenkanten mittels Kopfwippen gestürzt. Eine maschinelle Haldensturzbrücke kam auf der Zirkelschächter Halde nicht mehr zum Einsatz.

Für die touristische Nutzung der Bergwerksliegenschaft wurde auf dem Haldenplateau ein Aussichtspunkt über das Bergbaurevier Mansfelder Mulde sowie ein Haltepunkt für die Mansfelder Bergwerksbahn geschaffen. Orientierungstafeln weisen dort auf Sehenswürdigkeiten im Umfeld hin. (Die inzwischen verwitterten Tafeln sollen bis Ende 2018 erneuert werden.) Das Betreten der Halde ist allerdings aus Sicherheitsgründen nur nach Anmeldung und in geführten Gruppen möglich. Auch deshalb ist es empfehlenswert, den Besuch der Halde mit einer Fahrt mit der Mansfelder Bergwerksbahn (MBB) zu verbinden. 

    

Station 4 - Die Brandhalde des Glückhilf-Schachtes bei Welfesholz

Zur Bergwerksanlage des Glückhilf-Schachtes gehörten die Schächte 1 bis 3. Die Abteufarbeiten wurden im Jahr 1872 aufgenommen. Die maximale Teufe der Schächte lag bei 327 m. Im Jahre 1877 begann die Schachtanlage mit ihrer Förderung. Ihre Stilllegung erfolgte im Jahre 1909. Die Belegschaft erreichte maximal 1300 Beschäftigte.

In den Jahren 1967, 1974 und 1978 kam es auf der Halde des Glückhilf-Schachtes zu ausgedehnten Bränden im Bereich der bitumenreichen Ausschlägehalde. Nach dem Jahre 1990 begann die Gewinnung und Aufbereitung von Gesteinen dieser Halde als Schotter für den Straßen- und Wegebau. Beim Rückbau der Bergehalde wurden diese „gebrannten Schiefer“ großflächig freigelegt. Der Bitumengehalt der Schiefer spielte bei seiner Verhüttung eine große Rolle. Vor dem Schmelzen im Schachtofen wurde der Schiefer im Freien zur Entfernung der organischen Kohlenstoffverbindung „gebrannt“.

Eine Selbstentzündung der auf den Ausschlägehalden abgelagerten Schiefer kann auf Grund von neuen Untersuchungen ausgeschlossen werden. Vielmehr lagen die Brandursachen in Fremdeinwirkungen (z. B. Brand von Gras- und Ödlandflächen) begründet.

Das Betreten des Haldengeländes ist nicht gestattet. Allerdings befindet sich unmittelbar an der Straße (L 72) etwas abseits der im Rückbau befindlichen Großhalde eine kleine Halde aus "gebrannten Schiefern". Hier ist derzeit (September 2018) noch ein Blick auf solches Material aus nächster Nähe möglich.

 

Station 5 - Haldenkomplexe mit Spitzkegelhalden

Die

sind die drei Großschachtanlagen der Mansfelder Mulde, die mit ihren Spitzkegelhalden bereits von Weitem sichtbar sind. Diese Spitzkegelhalden sind erst mit der Einführung von Höhenförderern auf die bis dato angelegten Flachhalden aufgeschüttet worden.

Die Gelände aller drei Haldenkomplexe werden von dort ansässigen Unternehmen genutzt. Das Betreten der Halden ist somit nicht ohne weiteres möglich und bedarf außerdem der Zustimmung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH, Bereich Kali-Spat-Erz - vormals Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung stillgelegter Bergwerksanlagen (GVV)! Für die Halden des Otto-Brosowski-Schachtes und des Fortschrittschachtes werden Haldenbesteigungen durch ortsansässige Vereine (so auch durch den VMBH) organisiert; die Termine werden auf deren Internetseiten bekanntgegeben.

Insofern ist das unmittelbare Anfahren dieser Stationen außerhalb solcher organisierter Haldenbesteigungen nicht zu empfehlen; die Haldenkomplexe lassen sich aber auch so sehr gut aus etwas größerer Entfernung betrachten. Besonders prädesteniert ist auch hierfür der Aussichtspunkt auf der Halde des Zirkelschachtes (unsere Station 3). Von dort ist der Blick auf alle drei ehemaligen Großschachtanlagen und deren Haldenkomplexe möglich. 

Eine mögliche Route zu den Stationen 5.2 und 5.3 ist auf der verlinkten Karte zu finden ( Strecke A-B-C).

Station 5.1 - Der Haldenkomplex des Otto-Brosowski-Schachtes

Im nordöstlichen Teil der Mansfelder Mulde wird die Lanschaft durch den Haldenkomplex des Otto-Brosowski-Schachtes (bis 1951 Paul-Schacht) mit seiner Spitzkegelhalde geprägt 

Die Teufarbeiten wurden am 21. August 1900 aufgenommen. Der Schacht war mit einer Endteufe von 829,7 m nicht nur der tiefste Schacht in der Mansfelder Mulde, sondern im gesamten südöstlichen Harzvorland.

Der Schacht ging 1908 in Förderung, die bis 1969 andauerte. Schon im Jahre 1909 erreichte die Schachtanlage eine Belegschaftsstärke von 1000 und zu Beginn des Ersten Weltkriegs bereits von 3000 Mann. Der Haldenbetrieb des Schachtes wurde 1942 mit einem Höhenförderer ausgerüstet. Die Höhe der Halde, die sich über eine Fläche von rd. 24,0 ha erstreckt, beträgt ca. 104 m. Die Spitzkegelhalde wurde auf einer rd. 28 m hohen Flachhalde aufgeschüttet. Das aufgeschüttete Bergematerial besitzt ein Volumen von ca. 5,8 Mio. Kubikmeter. Auf der Ausschlägehalde befinden sich ca. 0,496 Mio. t Schiefer.

Der Schacht wies auf Grund seiner Lage zur Steinsalzverbreitungsgrenze eine hohe hydrogeologische Gefährdung auf. Besonders starke, das Bergwerk und die gesamte Mansfelder Mulde gefährdende Wassereinbrüche erfolgten in den Jahren 1952 und 1958. Der letztgenannte Einbruch war mit etwa 2000 m³/min nach der Wassermenge der größte in der Geschichte des Mansfelder Bergbaus. Anfang der 1960er Jahre setzte die Stilllegung der Schachtanlagen im Revier der Mansfelder Mulde ein. Der letzte Schacht war der Otto-Brosowski-Schacht im Dezember 1969. Er wurde im Jahre 1970 als einer der ersten Mansfelder Schächte verfüllt.

Der Gerbstedter Schützenverein e.V., der Nutzer des Haldenkomplexes ist, pflegt auch die bergmännischen Traditionen an diesem montanhistorisch bedeutsamen Standort. So organisiert der Verein auch Besteigungen der Spitzkegelghalde des Schachtes.

 

Die Spitzkegelhalde des Paul-/Otto-Brosowski-Schachtes (Foto Dr. König)
Die Schießanlagen des Gerbstedter Schützenvereins auf dem Haldengelände (Foto Dr. König)
Otto-Brosowski-Schacht (Archiv Roloff)
Paulschacht (Archiv Roloff)

Station 5.2 - Der Haldenkomplex des Ernst-Thälmann-Schachtes

Der Vitzthumschacht, später in Ernst-Thälmann-Schacht umbenannt, wurde in den Jahren 1906 bis 1909 abgeteuft. Er war eine der drei Großschachtanlagen der Mansfelder Mulde und stellte 1962 seine Produktion ein. Seine Spitzkegelhalde weist eine Höhe von 130 m auf. Das aufgeschüttete Gestein hat ein Volumen von ca. 4 Millionen m3. Die Schachttiefe betrug 745 m. Der Schachtdurchmesser lag bei 6 m. Füllorte befanden sich auf der 7. und der 9. Sohle. Die Schachtanlage nahm 1915 die Erzförderung eingeschränkt auf. Erst 1927 erreichte man die volle Leistung. Die Belegschaftsstärke wuchs zu diesem Zeitpunkt auf ca. 4000 Beschäftigte und blieb bis Ende der 1950er Jahre annähernd konstant.

Etwa zeitgleich wurde als 2. Großschachtanlage im Mansfelder Revier der Wolfschacht (ab 1949 Fortschrittschacht) abgeteuft. Beide Schachtanlagen hatten ein etwa gleich großes Leistungsvermögen. Bis Anfang der 1960er Jahre konzentrierte sich auf diese beiden Schachtanlagen ca. 75% der Erzproduktion im Mansfelder Revier. 1951 wurde der Vitzthumschacht in Ernst–Thälmann-Schacht umbenannt.

Die noch verfügbaren Abbaufelder beider Großschachtanlagen verringerten sich Ende der 1950er Jahre immer stärker. 1962 stellte deshalb der Ernst–Thälmann-Schacht seine Produktion ein. Die Belegschaft wurde überwiegend auf neue Schachtanlagen im Sangerhäuser Revier vermittelt.

In fast 800 Jahren wurden im Mansfelder Revier ca. 2,6 Mio. t Kupfer im Erz gefördert. Die Produktion aus dem Vitzthum-/Thälmann-Schacht betrug 12,3 Mio. t Erz mit einem Kupferinhalt von 260.000 t. Damit wurden ca. 10% der Gesamtproduktion der Mansfelder Mulde auf dieser Schachtanlage gefördert.

Sehenswert ist die Plastik "Lichtauge" auf dem Plateau der Flachhalde oberhalb der Straße.

 

Ernst-Thälmann-Schacht Bild 5 (Archiv Roloff)
Ernst-Thälmann-Schacht Bild 1 (Archiv Roloff)
Halde des Thälmannschachtes (Foto Sauerzapfe)
Halde Thälmannschacht (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Betriebsgelände im Jahr 2012 (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Blick aus Richtung Polleben (Foto Weißenborn)
Thälmannschacht - Denkmal (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - ehemaliger Kläubestall Betriebsgelände im Hintergrund (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Gedenktafel auf dem Schachtdeckel (Foto Kowalski)
Thälmannschacht - Haldenbesteigung 2012 (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Lichtauge (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Schlüssel zum Lichtauge (Foto Sauerzapfe)
Vitzthumschacht Bild 4 (Archiv Roloff)
Vitzthumschacht Bild 2 (Archiv Roloff)
Vitzthumschacht Bild 3 (Archiv Roloff)
Plastik Lichtauge auf der Halde des Ernst-Thälmann-Schachtes (Foto Sauerzapfe)
Ernst-Thälmann-Schacht, aus Richtung Thondorf, etwa am Haltepunkt der Bergwerksbahn (Foto Weißenborn)
Blick vom Zirkelschacht auf den Vitzthumschacht (Foto Sauerzapfe)

Station 5.3 - Der Haldenkomplex des Fortschrittschachtes

Der Wolfschacht, 1949 in Fortschrittschacht umbenannt, ist eine der drei Großschachtanlagen der Mansfelder Mulde. Er wurde in den Jahren 1906 bis 1909 abgeteuft und war bis 1967 in Betrieb. Seine weithin sichtbare Spitzkegelhalde erreicht eine Höhe von rund 153 m.

Der Wolfschacht liegt ca. 2 km nordöstlich der Lutherstadt Eisleben. Er ist über die L151 zu erreichen. Die zum Wolfschacht (projekt GmbH) führende Betriebsstraße ist gut ausgeschildert. Auf dem Betriebsgelände sind ausreichende Parkmöglichkeiten vorhanden. Das Gelände des Wolfschachtes bietet eine ganze Reihe von im Rahmen einer organisierten Haldenbesteigung besuchbaren Sehenswürdigkeiten:

  1. Ein Rundgang durch das ehemalige Schachtgelände mit Erläuterungen durch Info-Tafeln, Im Bereich der verfüllten und abgedeckelten Schachtröhre befindet sich ein Haldengarten.
  2. Das ehemaligen Reviergebäudes (Lohnhalle, Kaue) in der sich jetzt die Fertigungsstätten der „projekt Schul- und Objekteinrichtungen GmbH“ befinden. 

Beim Abteufen des Wolfschachtes traf man auf zwei Kaliflöze von 24 m bzw. 4 m Mächtigkeit. Das führte zur Gründung des Kalisalzbergwerkes Wolfshall. Ohne den weiteren Ausbau des Wolfschachtes zur Kupferschieferförderung zu behindern, wurden in den Jahren 1911 bis 1914 aus der Schachtröhre des Wolfschachtes heraus zwei Kalisohlen aufgefahren. Das dabei gewonnene Kalisalz transportierte man mittels einer im Jahr 1913 fertig gestellten Drahtseilbahn zur Weiterverarbeitung nach Eisleben. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges endete der Betrieb von Wolfshall.

In den Jahren 1917 bis 1923 erfolgte die Anbindung des Wolfschachtes an das Streckennetz der Mansfelder Bergwerksbahn. Der Bau der Bahnstrecke gestaltete sich auf Grund der Geländemorphologie sehr aufwendig. Es mussten vier Brückenbauwerke errichtet werden. In den Jahren 1950 bis 1960 bewegte sich die Belegschaftsstärke zwischen 4000 und 5000 Personen. Beginnend mit dem Jahr 1960 erfolgte eine planmäßige Umsetzung von Arbeitskräften des Fortschrittschachtes in das Sangerhäuser Revier. Im Jahr 1966 wurde der Fortschrittschacht eine Betriebsabteilung des Otto Brosowski-Schachtes, bevor man am 8. Dezember 1967 die Erzförderung endgültig einstellte. Im Jahr 1971 wurde die Schachtröhre verfüllt. Anschließend demontierte und verschrottete man das Fördergerüst. Gleiches geschah mit den Brücken der Bergwerksbahn (z.B. Vogelsangbrücke).

 

Abteufarbeiten am Wolfschacht um 1906 (Sammlung König)
Eingang Lohnhalle 1930 (Foto Mansfeldmuseum)
Fortschrittschacht etwa 1960 (Foto Mansfeldmuseum)
Wolfschacht - Unter Tage in den 20er Jahren (Foto aus dem Besitz von Reinhardt Großkopf)
Wolfschacht: Schautafel 3 (Schachtprofil)
Wolfschacht: Schautafel 6
Wolfschacht: Schautafel 5
Wolfschacht: Schautafel 4
Wolfschacht: Schautafel 2
Wolfschacht: Schautafel 1
Brigade vor dem Fördergerüst des Forschrittschachtes , ca. 1960 (Foto Mansfeldarchiv)
Blick vom Zirkelschacht auf den Wolfschacht (Foto Sauerzapfe)
Verein der Mansfelder Bergarbeiter auf dem Fortschrittschacht 2005 (Foto Weißenborn)
Luftbild Wolfschacht um 1930 (Foto Mansfeldarchiv)

Verlauf der Tour

Start: Mansfeld - Schloßberg (Parkplatz)

Ende: Eine der drei ehemaligen Großschachtanlagen - zum Beispiel der Paulschacht an der Landstrasse von Siersleben nach Heiligenthal


Tipp

Eine Beschreibung der Exkursion finden Sie auch auf dem Portal outdooractive.


Sicherheitshinweise

  • Die Routen sind am PC erstellt / nachbearbeitet. Insofern sind, insbesondere für Abschnitte abseits der Straßen, Abweichungen vom tatsächlichen Wegeverlauf nicht auszuschließen!
  • Der Rundweg und die Objekte auf dem Natur- und Geopfad (Station 1) sind teilweise stark verbuscht. Gleiches trifft für den Weg von Station 2 zu, der nicht zur Station 1.3 zurück sondern durch den Wald  direkt zum Parkplatz führt.
  • Bei Objekten, die sich auf Privatgelände befinden (z.B. Station 4 und 5 - Glückhilf-Schacht und alle drei Spitzkegelhalden), ist das direkte Betreten (sofern das gewünscht wird) erst nach Rücksprache mit dem Eigentümer möglich. Wir empfehlen für einen Besuch die organisierten Haldenbesteigungen zu nutzen. Das gilt auch für Objekt 3 (Zirkelschacht).
  • Das Objekt "Haldenkomplex des Otto-Brosowski-Schachtes" (Station 5.1) ist Eigentum des Gerbstedter Schützenverein e.V., der der Pflege der Berg- und Hüttenmannischen Tradition sehr aufgeschlossen gegenüber steht. So organisiert der Verein auch Besteigungen der Spitzkegelghalde des Schachtes.

Karten

Geologisch-montanhistorischen Karte Mansfeld-Sangerhausen" (2008)


Literatur

"MANSFELD Die Geschichte des Berg- und Hüttenwesens", ist eine vierbändige Buchreihe, entstanden in enger Zusammenarbeit des Vereins Mansfelder Berg- und Hüttenleute e.V. mit dem Deutschen  Bergbaumuseum in Bochum. Sie vermittelt in ausführlicher Form einen Einblick in eine Vielzahl von Details der 800jährigen Geschichte des Mansfelder Berg- und Hüttenwesens.


Infos und Links

Die Tour auf Google Maps
Die Tour auf outdooractive
Die "Idee" zur Tour

 

 

 

 

 

 

(Letzte Aktualisierung Oktober 2018)


1880 entstanden, war die Bergwerksbahn das wichtigste Transportmittel zwischen den Betrieben in der Mansfelder Mulde. Die teilweise erhalten gebliebene  Strecke  der Bergwerksbahn wird vom MBB e.V. als Museumsbahn betrieben. Sie ist die älteste Schmalspurbahn Deutschlands. In der Tourbeschreibung wird zwischen den eigentlichen Haltepunkten der Bahn und mit dem Mansfelder Berg- und Hüttenwesen verbundenen Objekten links und rechts der Bahnstrecke unterschieden. Die Fahrt führt vom Bahnhof in Benndorf / Klostermansfeld zur Endstation Kupferkammerhütte in Hettstedt; natürlich ist auch eine Fahrt in umgekehrter Richtung möglich. Ein Besuch der Internetpräsentation des Betreibers der Museumsbahn, dem Verein Mansfelder Bergwerksbahn e. V. , vermittelt interessante Einblicke in die Vereinsarbeit, die Bahntechnik sowie das Leistungsangebot für Touristen und Eisenbahnfans. Selbstverständlich finden Sie dort auch den aktuellen Fahrplan!



Detailbeschreibung

Für ungefähr 100 Jahre war die Bergwerksbahn mit 750 mm Spurweite das wichtigste Transportmittel zwischen den Mansfelder Schächten und Hütten. Neben dem auf den Schächten geförderten Kupferschiefer, der zu den Rohhütten gefahren werden musste, transportierte sie vor allem Kohle, Hüttenkoks, Grubenholz, Schlackensteine, Baumaterialien und verschiedene Zwischenprodukte der Hütten. Umladebahnhöfe ermöglichten den Güterumschlag zwischen Bergwerks- und Staatsbahn. Außerdem gab es einen umfangreichen Personenverkehr für die Beschäftigten.

Mit der beginnenden Erschöpfung der Mansfelder Lagerstätte zeichnete sich aber bereits der Niedergang des Mansfelder Bergbaus und damit auch der Bergwerksbahn ab. Bis 1969 wurden alle Mansfelder Schächte geschlossen. Nach 1972 diente die auf weniger als 20 km geschrumpfte Bahn fast nur noch dem Transport von Rohstein und Schlacke zwischen den zwei verbliebenen Hütten „Fritz Beyling“ in Hettstedt und „August-Bebel“ in Helbra. Mit der Schließung dieser Hütten am 29.12.1989 bzw. am 10.10.1990 endete nach fast 110 Jahren der reguläre Gütertransport auf der Mansfelder Bergwerksbahn.

Die Haltepunkt und Objekte entlang der Bahnlinie

Die erhalten gebliebene Strecke Benndorf – Hettstedt Kupferkammerhütte mit einer Länge von 10,7 km wird heute als Museumsbahn betrieben. Mit der Mansfelder Bergwerksbahn besitzt das Mansfelder Land die älteste Schmalspurbahn Deutschlands. Unsere Wegbeschreibung informiert über die Haltpunkte der Museumsbahn und in kurzer Form über mit dem Mansfelder Berg- und Hüttenwesen verbundene Objekten links und rechts Bahnstrecke. Verlinkungen führen Sie, wenn gewünscht, auf unserer Seite zu weiteren Details.  Die Tour ist in verkürzter Form auf der Outdooractive-Plattform eingestellt. Dort kann man auch selbst konfigurierte Beschreibungen zusammenstellen und als als pdf-Datei herunterladen.

Wesentliche Elemente dieser  Tourenbeschreibung sind dem 1997 von Klaus Foth vom Verein Mansfelder Berg- und Hüttenleute e.V. zusammengestellten Beitrag "Rechts und links der kleinen Bahn- Eine Fahrt mit der Mansfelder Bergwerksbahn -" entnommen, der auf der Homepage des Vereins veröffentlicht ist.

Zur Navigation können Sie sich über diesen Link die Haltepunkte und die Objekte beiderseits der Bahnlinie in Google Maps anzeigen lassen. Mit Hilfe der App "Maps" lässt sich eine Navigations-Route von Ihrem aktuellen Standpunkt zu diesen Sehenswürdigkeiten ermitteln, falls sie diesen eine direkten Besuch abstatten möchten.

In der nachfolgenden Wegbeschreibung führt die Verlinkung von "Haltepunkt ..." und "Objekt ..." zur Karte - der Link auf der jeweils nachstehenden Bezeichnung bringt Sie (wenn vorhanden) zum entsprechenden Objekt auf unserer Seite.


Wegbeschreibung

Haltepunkt 1 - Bahnhof Benndorf (Start):

Am Bahnhof Benndorf (Foto Wilke)

Die Bahnfahrt startet am Bahnhof der Mansfelder Bergwerksbahn in Benndorf / Klostermansfeld. 

Objekt 1 - MaLoWa:

MaLoWa (Foto Reinelt)

Direkt neben dem Ausgangspunkt unserer Bahnfahrt befindet sich die MaLoWa Bahnwerkstatt GmbH, ein Nachfolgeunternehmen der ehemaligen Bahnwerkstatt des Mansfeld-Kombinates. Das Unternehmen hat sich erfolgreich auf die Instandsetzung historischer Lokomotiven und rollenden Materials spezialisiert und bedient heute Kunden in ganz Europa.

 

 

 

 

 

 

Objekt 2 Lichtloch 81:

Haldenabbau (Foto Weißenborn)

Gleich nachdem der Zug die Hauptstraße überquert hat, erblicken Sie die einstmals imposante 81er Halde am Ortsrand des Bergmannsdorfes Klostermansfeld im alten Hirschwinkler Revier, die Professor Erich Neuß so treffend als "die Lehrkanzel für Heimatgeschichte" bezeichnete.

Urkundlich wurde dieser Ort als Mannesfelt im Jahre 973 in einer Tauschurkunde erstmals erwähnt. Schotter wird hier seit Jahren gewonnen, doch verantwortungsbewusste Klostermansfelder, die diese Halde liebevoll "Mansfelder Brocken" nennen, haben Sorge dafür getragen, dass der Teil, der das Ortsbild so nachhaltig prägt, erhalten bleibt, wie er ist.

Diese Halde gehört zum Lichtloch 81 des Froschmühlenstollens. Der Schacht 1, das eigentliche Lichtloch 81 wurde im April 1857 begonnen. Er wurde ursprünglich nur geteuft, um einen Zugang zum Froschmühlenstollen zu schaffen. Später wurde er weiter bis zum Niveau der ersten Sohle geteuft. 1858 war der Schacht  fertig. Als erste Maßnahme wurde dem bei Mansfeld stehenden Schlüsselstollen entgegengefahren und eine Pumpe eingebaut. Dampf als Antriebsenergie wurde von über Tage zugeführt. Der Schacht 1 war etwa 180 m tief und von 1861 bis 1876 in Betrieb. Wegen seines schadhaften Zustandes wurde er dann von Schacht 3 ersetzt. Von 1874 bis 1878 wurde Schacht  2 geteuft, zunächst bis zum Schlüsselstollen und dann im Jahre 1885 weiter bis zur zweiten Sohle. Er war der Wasserhaltungsschacht. Schacht 3 wurde als Förderschacht von 1876 bis 1888 ebenfalls bis zur zweiten Sohle geteuft. Von hier aus erschloss man die Feldesteile bis in die Gegend des Zirkelschachtes, der dann später auch den Schacht 3

ablöste. Bereits im Jahre 1901 waren die Schieferställe, in denen verhüttungswürdiges Erz aus dem Fördergut von Hand ausgesondert worden ist, hier abgebaut und zum Zirkelschacht umgesetzt worden. 

Haltepunkt 2 – Bocksthal (Halt nur bei Bedarf):

24.02.2008 Abschluß der Sanierung der Station Bocksthal
(Foto Th. Fischer)

An der alten Station Bocksthal zweigte einst ein Gleis Richtung Helbra zur August-Bebel-Hütte ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter geht es am Weißen Tal vorbei in Richtung 

Haltepunkt 3 und Objekt 3 - Zirkelschacht:

Zirkelschacht (Foto Weißenborn)

Hier sind wir am Zirkelschacht, benannt nach dem Leipziger Professor Ferdinand Zirkel (1838 - 1912), einem Hauptaktionär und Deputierten der Mansfelder Gewerkschaft.

Am 1. Juni 1891 begannen die Abteufarbeiten zu diesem Schacht. Unter ständigen Wasserzuflüssen vor allem aus dem Buntsandstein mit bis zu 210 l/min. wurde im Jahre 1895 der Schacht im Bereich der 5. Sohle beendet. Bei etwa 480 Metern wurde der Füllort der 5. Sohle angelegt .Erwähnenswert ist ein in der Grubenhydrologie bekannte Begriff, der sogenannte "Zirkelschächter Effekt", der besagt, dass bei einer schützenden Salzdecke von etwa 30 Metern die Gefahr eines Wassereinbruchs auszuschließen wäre. Diese Faustregel ist allerdings nicht unumstritten. Der Zirkelschacht, der bis 1927 in Betrieb war, hatte zeitweise eine 2000 Mann starke Belegschaft. 

Mit wachsender Produktion des Zirkelschachts wurde ein Anschluss an die Bergwerksbahn erforderlich. Dazu wurde 1900 eine bei Station (bei der Mansfelder Bergwerksbahn verwendete Bezeichnung für Bahnhof) LL81 abzweigende Stichstrecke von 2 km Länge erbaut.

 

Am Haltepunkt (Foto Sauerzapfe)

Die Bergwerksbahn bietet zu ausgewählten Terminen (siehe aktuellen Fahrplan) geführte Besteigungen der Halde an. Ein beschilderter Aussichtpunkt auf dem Haldenplateau ermöglicht auchdie Sicht auf einige der in der Tour beschriebenen Objekte.

 

 

 

 

 

Nachdem das Teufen des Vitzthumschachts 1909 beendet worden war, wurde dort die Produktion ab 1915 allmählich aufgenommen. Zu dieser Zeit erhielt auch dieser Schacht Anschluss an die Bergwerksbahn, wobei die bestehende Bahnlinie LL81—Zirkelschacht einfach verlängert wurde.

Objekt 4 - Vitzthumschacht:

Blick vom Zirkelschacht
(Foto Sauerzapfe)

Das 1951 in Ernst-Thälmann-Schacht umbenannte Bergwerk war ursprünglich benannt nach dem Deputierten der Mansfelder Gewerkschaft aus Oberlößnitz bei Dresden, Graf Ernst Bernhardt Vitzthum von Eckstädt.

Im Jahre 1909 wurden die Teufarbeiten des Vitzthumschachtes bei 613 Meter Tiefe beendet. Später teufte man von der 7. bis zur 9. Sohle einen Hilfsschacht von dem der Schacht, der am Ende eine Gesamtteufe von 745 Metern hatte, hochgebrochen wurde.

Die Belegschaftsstärke lag um 1927 bei 4000 Mann.

Im Jahre 1937 wurde auf diesem Schacht die erste untertägige Zahnradbahn in Betrieb genommen und 1940/41 erhielt er als erster Mansfeld-Betrieb einen Höhenförderer mit dem die markante Spitzkegelhalde auf der bis dato angelegten Flachhalde aufgeschüttet worden ist. Die in die Objektbeschreibung eingestellten Bilder zeigen die damit verbundene Veränderung des Aussehens der Schachanlage sehr anschaulich. 

Am 17. Dezember 1962 wurde die Erzförderung eingestellt, die Restfelder wurden vom Fortschrittschacht I und vom Otto-Brosowski-Schacht aus abgebaut. 

Nachdem die Bahn am Zirkelschacht die B 180 überquert hat, verläuft der Gleiskörper zirka 600 Meter parallel zur Bundesstraße, biegt an einem ehemaligen Gleisdreieck (Abzweig zum Vitzthumschacht) scharf nach links ab und führt vorbei am 

Haltepunkt 4 – Thondorf (Halt nur bei Bedarf):

Am Haltepunkt Thondorf (Foto Mittelbach)

in Richtung Thondorf, einer mittelalterlichen Quellmuldensiedlung, erstmals erwähnt im Jahre 973 als Duddendorf, als das Kloster Fulda diesen Ort als Tauschobjekt an das Erzstift Magdeburg gab. Thondorf, heute ein Ortsteil von Siersleben (Gemeinde Gerbstedt), war bis ins 19. Jahrhundert ein reines Bauerndorf. Die soziale Struktur veränderte sich mit Beginn des Abbaues auf den umliegenden Schächten (1864 = 290 Einwohner ; 1885 = 588 Einwohner).

 

 

 

 

Vom Haltpunkt Thondorf geht es zum 

Haltepunkt 5 – Gleisdreieck Siersleben:

Am Gleisdreieck (Foto Wilke)

Am ehemaligen Gleisdreieck biegt die Strecke scharf nach links ab.

 

 

 

 

 


Vom Gleisdreieck führte bis etwa 1970 ein Anschlussgleis zum ca. 3,5 km entfernten  Otto-Brosowski-Schacht (Paulschacht)

Siersleben lassen wir rechts liegen, dann geht es weiter in Richtung Niewandtschacht, unmittelbar neben dem Bahnhof Siersleben.

Objekt 5Niewandtschacht:

Niewandtschacht (Foto König)

1866 begannen die Abteufarbeiten gleichzeitig mit Schacht I und II unter der Bezeichnung "Siersleber Anlage". Drei Jahre später erhielten sie den Namen "Niewandtschacht" nach dem Hauptaktionär Justizrat Friedrich Niewandt.

Im Jahre 1871 verband man beide Schächte durch einen Querschlag. Ein starker Wassereinbruch zwang im Jahre 1874 zu einem längeren Stillstand. Erst 1892 konnten die Abteufarbeiten mit Erreichen der 4. Sohle beendet werden. 1894 wurde bis zur 5. Sohle weitergeteuft und über Flachen die 6. Sohle erschlossen.

Mit der Aufnahme der Produktion wurden etwa 2000 Mann beschäftigt. Der Niewandtschacht I war 495 Meter tief und hatte Füllorte im Niveau des Schlüsselstollens, 2. und 5. Sohle.

Die Schächte waren von 1892 bis zum 30. Juni 1913 in Betrieb, anschließend wurde die Anlage als Flucht- und Wasserhaltungsschacht genutzt.

Weiter geht es entlang der Bundesbahnstrecke Erfurt - Magdeburg; beim 

Haltepunkt 6 – Paradiesbrücke (Halt nur bei Bedarf):

14.04.2012 Einweihung HP Paradies (Foto Wilke)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

überqueren wir die Gleise der Bundesbahn auf der Paradiesbrücke und sehen rechts der Strecke das alte

Objekt 6 - Burgöner Revier:

Haldenlandschaft (Foto König)

Die unter Schutz stehende Haldenlandschaft Burgörner-Welfesholz befindet sich am Nordrand der Mansfelder Mulde. Die Vielzahl von unterschiedlichen Halden dokumentiert den historischen Kupferschieferbergbau im Lagerstättenteil zwischen dem Ausgehenden des Kupferschieferflözes am Südrand der Halle-Hettstedter Gebirgsbrücke und dem Grubenfeld des Zimmermannschachtes. Besonders bemerkenswert ist das 

 

 

 

Objekt 7 - die Halde des König-Friedrich-Kunstschachtes:

Maschinendenkmal
(Foto Sauerzapfe)

Hier fand am 23. August 1785 die offizielle Bauabnahme und Übergabe der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscher Bauart sta. Ein Denkmal erinnert an das Ereignis. Einen originalgetreuen Nachbau dieses ingenieurtechnischen Meisterwerkes kann man im Mansfeld-Museum besichtigen.

 

 

 

 

Nachdem wir die Straße von Eisleben nach Hettstedt überquert haben, befinden wir uns beim 

Objekt 8 Eduardschacht:

Eduardschacht (Sammlung König)

im Bereich der ehemaligen Schachtanlagen  Eduard I und II.

Bergrat Eduard Schrader (1823 - 1891), nach dem die Anlage benannt wurde, war Leiter der Hettstedt-Gerbstedter Reviere. 1864 begannen die Abteufarbeiten bei Eduard I.

 

 

 

 

Im Juli 1865 waren die Wasserzuflüsse so stark, dass man vom

Objekt 9 - Müllerschacht (LL 22 S):

Bergbauriss  - Ausschnitt Bereich
Müllerschacht (Bergschaden-
kundl. Analyse der Mansf. Mulde)

eine Strecke auffahren musste, um die Schachtröhre anzubohren, damit das Wasser abgezogen werden konnte. Die Teufarbeiten dauerten bis 1868. Die Endteufe betrug 252 Meter.

Im Jahre 1866 wurde der als Wetterschacht gedachte Eduard II begonnen. Um die tiefer gelegenen Feldesteile zu bewettern, wurde der Schacht bis zur dritten Sohle geteuft. Eduard II war 328 Meter tief. Etwa 1100 Mann wurden hier beschäftigt. Am 30. Juni 1910 wurde die Produktion eingestellt.

 

 

 

 

 

Haltepunkt 7 – Station Eduardschacht:

HP 7 (Foto Sauerzapfe)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer an der Station Eduardschacht aussteigt, erreicht nach einem etwa zehnminütigen Spaziergang durch Burgörner-Altdorf das

Objekt 10 - Mansfeld-Museum:  

Mansfeldmuseum
(Foto Sauerzapfe)

Das Museum hat seinen Sitz im rekonstruierten barocken "Humboldtschlößchen" im Hettstedter Ortsteil Burgörner-Altdorf. Eine ständige Ausstellung ermöglicht  Einblicke in die schwere Arbeit der Mansfelder Berg- und Hüttenleute und zeigt, neben bergmännischem Gerät und Geleucht, Münzen der Grafschaft Mansfeld und Ausbeutemedaillen.

1785 wurde die erste deutsche Dampfmaschine Wattscher Bauart auf dem König-Friedrich-Schacht bei Hettstedt in Betrieb genommen. Anlässlich des 200. Jahrestages dieser Inbetriebnahme entstand im Maschinenbaubetrieb des Mansfeld-Kombinats, dessen Wurzeln in der ersten kleinen Werkstatt des Jahres 1785 lagen, unter Anwendung zum Teil alter Fertigungsmethoden ein originalgetreuer Nachbau.

Das Jubiläum 1985 war gleichzeitig die Geburtsstunde des Mansfeld-Museums, das als technisches Museum und Forschungsstätte für die Geschichte des Mansfelder Kupferschieferbergbaus im September 1989 eröffnet werden konnte. Die Dampfmaschine ist seine Hauptattraktion.

Gegenstück zum überwiegend auf die Geschichte der Gewinnung und Verarbeitung des Kupfers orientierten Mansfeld-Museums ist das Schaubergwerk Wettelrode bei Sangerhausen.

Unweit des Mansfeld-Museums befindet sich der Eingangsbereich zum Gelände der ehemaligen

Objekt 11 Kupfer-Silber-Hütte:

(Foto Mansfeldarchiv)

Die Hütte mit dem Namen Gottesbelohnungshütte ist 1695 als Rohhütte bei Hettstedt entstanden. Mit der Inbetriebnahme der Rohhütten in Eisleben und Hettstedt entwickelte sie sich zu einer „Feinhütte“, d.h., es wurde das Kupfer raffiniert und dabei Wertmetalle wie Silber gewonnen. Bedeutung erlangte sie mit dem Zurückgehen des Bergbaukupfers als Sekundärkupferschmelzhütte. Wichtig war auch die Herstellung von Kupferformaten als Vormaterial für das Walzwerk. Die Verhüttung von Erz und die Verarbeitung von Zwischenprodukten des Verhüttungsprozesses sind eingestellt. Kleine Betriebsbereiche, die mit dem Gießen von Vormaterial zur Herstellung von Halbzeug aus Kupfer beschäftigt sind, existieren noch heute. 

 

 

Die Fahrt der Museumsbahn endet am

Haltepunkt 8 - Station Kupferkammerhütte:

Station Kupferkammerhütte (Foto Reinelt)

1723 entstand auf dem Gelände der ehemaligen Kupferkammerhütte bei Hettstedt die Bleihütte. Bis zur Stillegung im Jahre 1978 wurden hier neben Blei auch Zinksulfat und Vorprodukte zu Gewinnung von Spurenmetallen, wie Rhenium und Germanium, erzeugt.

 

 

 

 

 

Von hier hat man einen guten Blick auf die Gebäude des Walzwerkes Hettstedt

Objekt 12 Walzwerk Hettstedt:

 Walzwerk (Foto Archiv Schima)

Der im Jahre 1907 gegründeter Verarbeitungsbetrieb für Kupfer- und Kupferlegierungen ist in der Neuzeit das regionale Verarbeitungszentrum für das Mansfelder Kupfer, seine Legierungen und viele andere Metalle gewesen.

Noch heute ist es als Mansfelder Kupfer und Messing GmbH (MKM) größtes Industrieunternehmen der Region.


 

 

Infos und Links

Die Tour auf Google Maps
Die Tour auf outdooractive
Die "Idee" zur Tour

 

 

 

 

 

 

(Letzte Aktualisierung Oktober 2018)