[079] Schacht Nienstedt, später Bernard-Koenen-Schacht 2


    Schachtanlage mit erhaltenem Förderturm in der Nähe von Allstedt, gehörte zum Hauptschacht in Niederröblingen. 



    Objektbeschreibung

    Der Koenenschacht 2 bei Nienstedt 1989 (Foto Grübe)

    Der Bernard-Koenen-Schacht 2 wurde geteuft als Wetter- Flucht- und Förderschacht für den als Hauptschacht fungierenden Schacht 1 in Niederröblingen.

    Das Teufen begann auf dem Schachtplanum bei 179,3 m über NN im Ø von 6 m am 02.07.1956. Die Endteufe (Schachtsumpf / 871 m) wurde 1961 erreicht. Der Schacht besaß Füllorte auf der 8. (683,2 m / im Staßfurt-Steinsalz) und auf der 10. Sohle (815,3 m / im Werra-Steinsalz).

    • Durchteuft wurden:
    • bis 1,3 m Holozän und Pleistozän
    • bis 316,6 m Buntsandstein (Zuflüsse bis 1,6 m³/min)
    • bis 858,4 m Zechstein (mit 357 m Staßfurt-Steinsalz u. 12 m Werra- Steinsalz)
    • bis 871,0 m Oberrotliegendes

    Am 19.06.1959 erfolgte in der 8. Sohle der Durchschlag zum B.-Koenen-Schacht 1 in Niederröblingen.

    Zum Grubenfeld gehörten außerdem folgende Schächte:

    • B.-Koenen-Schacht 1 (geteuft 1952 – 1956 mit 6 m Ø, Endteufe 693 m, Füllort in der 8. Sohle)
    • Schacht Mönchpfiffel (geteuft 1974 – 1979 als gebohrter Schacht mit 2,5 - 5,6 m Ø als Wetter- und Fluchtschacht und 556,2 m Teufe / Füllort 10. Sohle)
    • Schacht Holdenstedt (geteuft 1986 – 1988 als gebohrter Schacht mit 3,8 m Ø, Teufen bei 340,3 m eingestellt.

    Die Halde entstand im Zeitraum zwischen dem Teufbetrieb und der nachfolgenden Produktion bis 1990. Sie weist eine Höhe von etwa 100 m über Gelände auf und enthält auf 11 ha Fläche etwa 5 Mio. m³ Gestein.

    Aus dem Grubenfeld der Schachtanlage „B. Koenen“ (Schächte 1 und 2) wurden insgesamt 13,935 Mio. t Erz mit einem Metallinhalt von 315.800 t Kupfer und 1.579 t Silber gefördert.

    Das gesamte Grubenfeld wies bei Einstellung des Abbaus am 10.08.1990 eine abgebaute Flözfläche von 14,2 Mio. m² mit etwa 6,3 Mill. m³ Hohlraum auf. In der 12. Sohle lag mit 950 m unter Gelände der tiefste Teil des Grubenfeldes im Revier Sangerhausen.

    Die Verwahrung des Grubenfeldes erfolgte durch

    • Absperrung gegenüber dem Grubenfeld des Schachtes Sangerhausen durch einen Betondamm (7 MPa Druckaufnahme, 1991)
    • Absperrung des Schachtes Mönchpfiffel gegenüber dem Grubenfeld durch einen Betondamm (7 MPa Druckaufnahme) zur Verhinderung des Austritts des Flutungsmediums nach über Tage wegen Lage der Rasensohle etwas unter Druckniveau im Karstwasserleiter
    • Errichtung von 13 Dämmen im Grubenfeld zur Verhinderung unkontrollierter Zirkulation des Flutungsmediums (Verhinderung der Auflösung von Steinsalz) - Teufen von 3 Bohrungen ins Grubenfeld zur Einleitung von Wasser aus dem Vorfluter und zur Kontrolle des Vorgangs (1993)
    • Verfüllung der Schächte unter Einbau von Tonsperren gegen vertikale Wasserzirkulation (1991- 1993)
    • Flutung der Grubenräume (1994-1996)

    Heute wird das Betriebsgelände durch mehrere dort angesiedelte Firmen genutzt. Hier steht der letzte Förderturm eines großen Schachtes des Mansfelder Kupferbergbaus (fertig gestellt 1963; 51 m Höhe)

    Koenenschacht 2 im Jahr 2003 (Foto Spilker)


    Zeittafel

    [079] Zeitpunkt bzw.  von  bis Ereignis
    02.01.1952 Teufbeginn Schacht 1 (Niederröblingen)
    02.07.1956 Teufbeginn Schacht 2 (Nienstedt)
    01.09.1958 Abbaubeginn im Flügel 1 in der 9. Sohle 
    19.06.1959 Untertägiger Durchschlag zwischen Schacht 1 und 2 in der 8. Sohle
    09.06.1960 Inbetriebnahme des Höhenförderers Schacht 1
    02.03.1964 Inbetriebnahme des Höhenförderers Schacht 2
    07.10.1964 Die Schachtanlage erhält den Namen „Bernard Koenen" (B. Koenen: 1889-1964, Funktionär der KPD und der SED)
    05.01.1976 Bohrarbeiten für den Wetterschacht in Mönchpfiffel beginnen (Fertigstellung 1979)
    02.03.1986 Bohrarbeiten für den Wetterschacht in Holdenstedt beginnen (Teufen abgebrochen 1988)
    19.01.1987 Grubenbrand in der 11. Sohle, Flügel 53 (3 Tote)
    28.05.1990 Der Bergbau scheidet aus dem Mansfeld-Kombinat aus, Bildung der Mansfelder Kupferbergbau GmbH
    10.08.1990 Einstellung des Abbaus (14,2 Mio. m² abgebaute Flözfläche)
    08.1991 05.1992 Verwahrung Schacht Holdenstedt
    05.1992 11.1992 Verwahrung Schacht Mönchpfiffel
    28.12.1992 Beendigung der Wasserhaltung unter Tage
    1993 Es werden 3 Bohrungen zur Flutung der Grube niedergebracht
    03.1993 06.1993 Verfüllung Schacht 2
    04.1993 06.1993 Verfüllung Schacht 1
    01.01.1994 Übernahme der Firma durch die GVV mbH Erfurt als Bergwerk Niederröblingen
    18.04.1994 Beginn der Flutung der Grube mit Wasser aus dem Vorfluter Helme
    26.09.1996 Beendigung der Flutung der Grube (Einleitung von ca. 8 Mio.  m³)

     

    Weitere Informationen

    • Standortbeschreibung:

      Die Schachtanlage mit erhaltenem Fördergerüst befindet sich direkt an der A 38, Abfahrt Allstedt (18), unmittelbar nördlich der Autobahn, bzw. an der Landstraße Allstedt-Nienstedt.

    • Geodaten:
      51°25'59.37"N 11°23'59.37"E
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