[043] Wolfschacht, später Fortschrittschacht

Zeittafel

[043] Zeitpunkt bzw.  von  bis Ereignis
  1906   Im Frühjahr Aufnahme der Vorbereitungsarbeiten (z.B. Errichtung hölzernes Treibhaus, Fördermaschinengebäude, Werkstätten, Revierhaus, Kauen) zum Abteufen
       
  30.06.1906   Beginn der Abteufarbeiten des Wolfschachtes im Rahmen einer Schachttaufe, es waren ca. 100 Mann Abteufbelegschaft angelegt
       
  09.1908   Bei 394 m Teufe trifft man auf ein 24 m mächtiges Kaliflöz 
       
  02.02.1909   Das Kupferschieferflöz wird bei 542 m durchteuft
       
  03.06.1909   Es kommt zu dem ersten von insgesamt 147 ausgewiesenen tödlichen Unfällen während der gesamten Betriebsdauer des Wolf-/Fortschrittschachtes (1906-1971) 
       
  07.1909   Die geplante Endteufe des Wolfschachtes ist erreicht
       
  29.03.1910   Der Namensgeber des Schachtes, Dr. Wolf, verstirbt im Alter von 76 Jahren in Altenburg
       
  1913   Belegschaftsstärke ca. 200 Mann
       
  1911 1914 Betriebszeit des Kalibergwerkes Wolfshall, Auffahrung von zwei Kalisohlen; ab 1913 Transport der Kalisalze zur Weiterverarbeitung mittels Drahtseilbahn nach Eisleben   
       
  1911 1923 Ausbau des Wolfschachtes zu einer Großschachtanlage unter den erschwerten Bedingungen des I. Weltkrieges
       
  1921   Übernahme der Werksdirektion durch Dr. Gillitzer,  Einsetzung des Obersteigers Loreck als Betriebsführer des Wolfschachtes, ca. 1000 Mann Belegschaft; Erzförderung erfolgte untertage zum Hohenthal-Schacht II
       
  1917 1923 Anschluß des Wolfschachtes an das Streckennetz der Mansfelder Bergwerksbahn
       
  20.07.1923   Aufnahme der Erzförderung des Wolfschachtes als eigenständige Schachtanlage
       
  02.07.1925   Vorkommnis in der Schachtförderung (Übertreiben) ohne Personenschäden
       
  06.07.1925   Vorkommnis in der Schachtförderung (Übertreiben) ohne Personenschäden
       
  26.07.1925   Benzolbrand in der 6. Sohle, die Benzollokomotiven wurden daraufhin durch elektrische Lokomotiven ersetzt
       
  1925   Versuche zur Mechanisierung der Abbauförderung durch den Einsatz von Schüttelrutschen
       
  1926   Versuchsweiser Einsatz einer maschinellen Haldensturzbrücke („Eiserner Bergmann")
       
  1927   Belegschaftsstärke 4023 Mann
       
  1928   Im Ausrichtungsbetrieb des Flaches III (8. zur 9. Sohle) entzünden sich beim Sprengen brennbare Wetter; auftretende Brandgase (CO) behinderten Betrieb, Flutung des Flachens
       
  1928   Der Wolfschacht hat einen Anteil von 58% an der Gesamtförderung aller Schächte 
       
  1929   Erste Geradstrebversuche; 16 Schüttelrutschen sind in der Abbauförderung eingesetzt
       
  1930   Der Einsatz des elektrischen Huntehaspels in der Abbauförderung bewährt sich, dagegen verlaufen die Versuche mit elektrisch betriebenen Schrämmaschinen negativ
       
  1932   Das Niveau der 11. Sohle wurde erreicht
       
  1933 1934 Zur Personenbeförderung werden zwischen der 7. und 9. Sohle zwei Seilbahnen in Betrieb genommen
       
  1936   Durch die Einführung der Lokomotivförderung wird die untertägige Pferdeförderung vollständig eingestellt
       
  10.04.1945   Der Wolfschacht wird vom 10.4. bis 3.6.1945 zeitweise stillgelegt
       
  14.04.1949   Durch einen Strebbruch verunglücken 5 Bergleute tödlich
       
  1949   Umbenennung des Wolfschachtes in Fortschrittschacht
       
  1951 1952 Errichtung einer Höhenfördereranlage, Beginn der Aufschüttung der Spitzkegelhalde
       
  31.01.1952   Schlagwetterexplosion, 1 Toter und 4 Schwerverletzte; in Rahmen erhöhter Sicherheitsmaßnahmen wird u. a. das offene Karbidgeleucht durch elektrische Lampen ersetzt 
       
  13.10.1953   Die Zahnradbahn von der 7. bis 10. Sohle wird in Betrieb genommen
       
  19.04.1960   Schlagwetterexplosion, 2 Tote, 4 Schwerverletzte und 4 Leichtverletzte, das Rauchverbot wurde nicht eingehalten
       
  1960   Beginn der planmäßigen Umsetzung von Arbeitskräften in das Sangerhäuser Revier
       
  08.12.1967   Auf dem Fortschrittschacht wird die letzte Schicht verfahren
       
  1968   Beginn der Produktion von Stahlrohrmöbeln auf dem Fortschrittschacht
       
  1971 1972 Verfüllung der Schachtröhre und Demontage des Fördergerüstes
       
   13.05.1995    Gründung der „projekt Schul- und Objekteinrichtungen GmbH“

Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Der Wolfschacht liegt ca. 2 km nordöstlich der Lutherstadt Eisleben. Er ist über die L151 zu erreichen. Die zum Wolfschacht (projekt GmbH) führende Betriebsstraße ist gut ausgeschildert. Haldenbesteigungen sind nur im Rahmen organisierter Veranstaltungen möglich.

     

  • Geodaten:
    51°33'5.02"N 11°34'13.68"E
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