[213] Der Braunkohlenbergbau im Raum Helbra

Die Lagerstätte

Geologische Karte von Preußen und benachbarten deutschen Ländern; Blatt Mansfeld –
Herausgegeben 1934 (Veröffentlichung gestattet mit freundlicher Genehmigung durch das LAGB Sachsen-Anhalt);

Das Braunkohlenvorkommen, das von den Gewerkschaften „Braune Caroline" und „Anna" abgebaut wurde, bildete sich im Eozän in zwei kleinen Senkungsbecken, die durch die Auslau­gung von Zechsteingips entstanden waren. Die Geologische Karte zeigt deren Lage und Ausdehnung. Der in dieser Region in einer Tiefe von 120 bis 140 Meter unter der Braunkohle umgehende Kupferbergbau (Genannt seien hierzu die Schächte Ottiliae, Koch, Eckardt, von Hövel, Hoffnung, Neues Lichtloch und die Lichtlöchern 77 und 78 des Froschmühlenstollen) lieferte viele Informationen auch zu diesen Lagerstätten. Gut überliefert ist durch Bohrungen und Aufschlüsse die hier typische Schichtenfolge:

  • 0,20 m            Ackerboden
  • 2 bis 3m          Lößlehm
  • 2 bis 5m          Decksande und -kiese
  • 0 bis 2m          Dachton
  • 0 bis 17m        Erdige Weichbraunkohle
  • wenige cm      Ton (Liegendton)
  • 1 bis 10m        Liegendsand
  •                         Schiefertone und Sandsteine des Buntsandsteins

Das Braunkohlenflöz selbst zeigt an den mächtigsten Stellen eine rötlichbraune Färbung. Die Farbe wird zu den Rändern hin dunkler und der Sandgehalt der Kohle nimmt zu. Insgesamt ist die Mächtigkeit stark schwankend. Nord- und Südmulde sind durch den "Pfarrholzrücken" (eine Sandaufwölbung) getrennt.

Im Archiv des Mansfeld-Museums befindet sich eine Zeichnung, die die Geologie der Südmulde im Bereich der Braunen Caroline verdeutlicht: Farbig lavierter Grubenriss der Braunkohlegrube Braune Caroline bei Helbra mit Schächten und Sohlen (Sand, Ton, Kohle, Lehm) im Profil mit Höhen und Längenmaßstab. Eingezeichnet sind der Wasserschacht, der Schacht L, der Schacht M, der alte Schacht im Pfarrholze, das Bohrloch No. IV und das Bohrloch No. II.

Profil der Gebirgslagen auf der Braunen Caroline in der Linie West nach Ost durch den Wasserschacht
Herkunft/Rechte: Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss (CC BY-NC-SA)

Aus dem Jahr 1851 stammende Profilschnitte beider Becken sind für einen Betrachter vermutlich leichter zu verstehen und zu interpretieren. Maßstabangaben nach heute üblicher Verfahrensweise erleichtern das merklich. Die von G. Jankowski zusammengestellten Blätter (Abzeichnungen aus der Arbeit v. H. Unger) sind nachstehend eingefügt. Vergrößerungen lassen sich durch Anklicken aufrufen.

Orientierung der Schnitte
zu den Lagerstätten
Schnitt E - F
Südmulde
Schnitt A - B
Nordmulde 
Schnitt  C - D
Nordmulde 

 

 

 

 

Symbol in Bearbeitung.jpg
Übersicht zur Situation im Raum Helbra (mit ausgewählten Stollen, Schächten und LL
des Kupferbergbaus - keine Messtischblatt-Genauigkeit)

Aufmerksam auf diese Lagerstätten wurde man bereits im 16. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Anlegung von Entwässerungsstollen, ohne jedoch diesen Vorkommen weitere Beachtung zukommen zu lassen, gerieten sie wieder in Vergessenheit. Erst die Nutzung der Dampfkraft und der damit verbundene Brennstoffbedarf änderten daran etwas. Der Ahlsdorfer Bergmann Gottlieb Thurm machte 1794 mit der Entdeckung von Kohle in der Nähe des Pfarrholzes wieder auf das südliche der beiden Felder aufmerksam, das nördlich Becken blieb zunächst noch unerkannt. Erst Jahrzehnte später, als der Kupferschieferbergbau mit Stollen in Richtung Klostermansfeld vorangetrieben wurde, traf man in den Lichtlöchern dieser Stollen auf Braunkohle. Daraufhin niedergebrachte Erkundungsbohrungen führten zur Entdeckung der Nordmulde im Jahre 1830.


Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Im Bereich der Südmulde, am westlichen Ortsausgang Richtung Ziegelrode / Ahlsdorf gelegen, lässt nichts darauf schließen, dass hier vor über 150 Jahren Braunkohle im Tiefbau gewonnen worden ist. Lediglich im Pfarrholz weisen noch einige Geländeformationen auf das Bruchfeld des ehemaligen Tiefbaus hin.

    Das wassergefüllte Restloch der Nordmulde, "Bad Anna", ist heute ein beliebtes Naherholungszentrum. Der Förderverein Naherholungsgebiet "Bad Anna" e.V. bietet  an diesem idyllischen Ort eine ganze Palette von Freizeitangeboten. Die Webseite des Vereins hält darüberhinaus interessante Details aus der Geschichte bereit, die über das hier bei uns zu lesende hinausgehen.

    Bad Anna

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