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Tour 09 - Auf dem Bergbaulehrpfad II

Station 5 - Kunstteich



Der Kunstteich (Foto Sauerzapfe - 2019)


Auf dem Damm des Kunstteiches (Foto Sauerzapfe - 2019)

Wie alle stehenden Gewässer des Harzes ist auch der Kunstteich bei Wettelrode ein durch Menschenhand entstandenes Gewässer. Er wurde angelegt, um in niederschlagsreichen Zeiten Aufschlagwasser für den Antrieb von Bergwerksmaschinen zu sammeln und einen vom Niederschlag unabhängigeren Betrieb zu ermöglichen. Seine Lage unmittelbar nördlich des ausgehenden Kupferschiefers im Verbreitungsbereich von Sedimenten aus dem Oberkarbon und dem Oberrotliegenden resultierte aus dem unweit südlich von ihm um gehenden Kupferschieferabbau. Seine Errichtung ermöglichte eine Verbesserung der Wirksamkeit der Wasserkünste zur Förderung von Wasser oder Erz aus den Gruben.

Der Wettelröder Kunstteich wird bereits im Jahre 1729 durch Errichtung des Heineckeröder Teichdammes im Tal zwischen dem Kriegsholz und dem Heineckeröder Berg angelegt, um die Wasserkünste auf dem Kamp (westlich Röhrig-Schacht) und am Heiligenborn (im Bereich des Carolus-Schachtes) mit Aufschlagwasser zu versorgen. Sein Abfluss, der etwa von Osten nach Westen verlaufende so genannte Grenzbach, bildet etwa vom Alexander-Schacht an die Berggrenze zwischen dem ehemalig sächsischen Sangerhäuser und dem ehemals dem Mansfelder Grafen gehörenden Leinunger Bergbau.

Wegen der höheren Anforderungen an die Stabilität des Wasserzufuhr durch den Bergbau wurde 1843 daran gegangen, den alten Damm des Kunstteiches zu erneuern und die Speicherkapazität auf rd. 195 000 m³ fast zu verdoppeln. Zum gleichen Zeitraum wurde vom Kunstteich nach Südwesten durch den Kriegberg hindurch ein 311 m langer Stollen getrieben, über den und über Kunstgräben die Wässer dem Carolus- bzw. dem Johann-Schacht zugeführt wurden. Unter anderem wurde damit auf dem Carolus-Schacht eine Wasserbalance zur Förderung von Erz aus dem Feld zwischen Seegen-Gottes-Stolln und Gonnaer Stollen betrieben. Das war aber erst möglich nach dem Durchschlag des Seegen-Gottes-Stollns mit dem Vortrieb vom Mundloch her.
Im Jahre 1850 wurde der Kunstteich durch Ankauf von Grund und Boden und eine Erhöhung des Dammes nochmals vergrößert. Sein Fassungsvermögen beträgt seitdem 208.500 m³ bei einer Wasserfläche von 4,5 ha.
Die Nutzung des Wassers aus dem Kunstteich endete 1880 mit dem Verbruch des Carolus-Schachtes.
Im Jahr 1939 brach nach heftigen Regenfällen der Damm und verwüstete das Tal unterhalb bis über Großleinungen hinaus. 1951 wurde der Damm wiederhergestellt.

Heute ist der Kunstteich ein zur Naherholung, sowohl als Freibad als auch zum Eislaufen, genutztes Gewässer, das als kleine Talsperre dem Talsperrenbetrieb des Landes Sachsen-Anhalt untersteht. An seinem Ufer steht seit einigen Jahren ein reizvolles Waldcafe.

Auf der östlichen Dammseite befindet sich der Notabfluss für Hochwasserfälle. Hier stehen die oberkarbonen Gesteine (rote Ton- u. Sandsteine bzw. Konglomerate) an, die auch unter Tage im Querschlag 1. Sohle des Röhrigschachtes oder am Kyffhäuserdenkmal anstehen.

Mehrere Schau- und Informationstafeln informieren über interessante Details zum Teich und die Dammkonstruktion.

Hinweistafel auf den Alexanderschacht (Orientierungspunkt)

Nach dem Überqueren der L 232 stoßen wir nach etwa 200 m (Stand September 2019) neben dem Wegweiser des Bergbaulehrpfades auf eine Hinweistafel auf den Alexanderschacht.


Hinweis auf den Alexanderschacht (Foto Sauerzapfe - 2019)

Die Angabe, dass sich der Schacht etwa 100 m von der Tafel entfernt befindet, ist etwas irritierend. Auf unserem weiteren Weg erreichen wir das Schauobjekt (unsere Station 10) erst jenseits der L 231 nach dem Passieren weiterer Stationen . Die Entfernung dorthin (Luftlinie) beträgt rund 350 m.

ORIENTIERUNGSPUNKT

Kurz hinter der Hinweistafel auf den Alexanderschacht zeigen uns Wegmarkierungen für den Karstwanderweg und den Bergbaulehrpfad, dass wir "auf Kurs" sind.


Weg-Markierungen Bergbaulehrpfad (Foto Sauerzapfe - 2019)


Weitere Informationen

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