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Tour 09 - Auf dem Bergbaulehrpfad II

Aussichtpunkt am Windrad

Am Pfaffenberg (etwa beim Windrad): Die Landschaft wird geprägt vom Zechsteinausstrich im Norden (markiert etwa durch den Waldrand), nach Süden schließt sich eine Erosions-/Subrosionssenke mit Erdfällen an. Der Höhenzug des Pfaffenberges mit Fortsetzung nach Westen in die Mooskammer markiert die nördliche Grenze des Buntsandsteins. Bis 1945 war auf dem Pfaffenberg eine Windmühle in Betrieb.

Das Erosionstal südlich dieses Höhenzuges liegt im Unteren Buntsandstein (vorwiegend tonige Gesteine) um Lengefeld. Der Höhenzug südlich Lengefeld, charakterisiert durch Rogensteinbänke im Buntsandstein (u.a. Rohstoff für Wegplatten), widerstand der natürlichen Abtragung.

Weiter nach Süden blicken wir ins Thüringer Becken und sehen die Goldene Aue und die Spitzkegelhalden der Schächte
[071] Schacht Sangerhausen, später Thomas-Münzer-Schacht
[078] Schacht Niederröblingen, später Bernard-Koenen-Schacht
[079] Schacht Nienstedt, später Bernard-Koenen-Schacht 2

Etwa 200 m südlich des Weges verläuft parallel dazu die 1. Sohle des Röhrigschachtes.

Die Halde „Hohe Linde“ als die Gegend dominierender Punkt ist entstanden aus dem tauben Gestein (sog. Berge) aus dem Abbau und aus dem Streckenvortrieb im Thomas-Münzer-Schacht. Sie enthält hauptsächlich Zechsteinkalk, aber auch Anhydrit (Gips), Sandstein, Konglomerate und auch Steinsalz. Erz wurde planmäßig nicht auf der Halde verstürzt. Die Halde wurde betrieben von 1956-1990. Sie enthält auf 12,6 ha Fläche ca. 15 Mill t Gestein. Die Haldenhöhe über Gelände beträgt 145 m.

Vom Weg bietet sich eine gute Sicht auf den Ort Lengefeld:
Mitten im Haufendorf steht die Dorfkirche, die ihr heutiges Aussehen 1865 erhielt. Der Turm steht auf einem mittelalterlichen Unterbau. Kirchenschiff und -inneres stammen aus dem 18. Jh., der Taufstein datiert von 1594.
Die Gründung des Dorfes erfolgte im 10 Jh. an drei Standorten, die im 14. Jh. bezeichnet wurden als
- Probstlengefeld (im Osten)
- Mittellengefeld (heutiges Lengefeld)
- Meuserlengefeld (Westen).
Wirtschaftlich wurde und wird Lengefeld von der Landwirtschaft bestimmt (bis 1990 LPG „1. Mai“).

Auf dem Weg zurück zum Röhrigschacht dient uns das weithin sichtbare Fördergerüst als Orientierungshilfe.

(Juni 2022)


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