[148] Mansfelder Wasserhaltungs- und -versorgungsschächte (Übersicht)

Objektbeschreibung

Nicht nur das fließende Oberflächenwasser, sondern auch die aus dem verkarsteten Zechsteingebirge in die Gruben gelangenden harten Süßwässer wurden im Mansfelder Berg- und Hüttenwesen bis hinein ins 20. Jahrhundert als Energiequelle oder zur Versorgung der Betriebe und der Bevölkerung verwendet. Dabei setzte die Nutzung der fließenden Welle der Oberflächenwässer schon bei den Alten ein, vor allem um über Wasserräder Arbeitsmaschinen anzutreiben. Die Gewinnung von Trink- und Brauchwasser aus dem Bergbau begann organisiert erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als durch den Wasserentzug des Bergbaus Brunnen von Ortschaften trockengelegt wurden.

Auf unserer Internetseite befassen sich viele Beiträge direkt oder indirekt mit der Thematik Wasser und Bergbau. Dabei kommen häufig auch Karten und Risszeichnungen zum Einsatz, die die Lage und den Verlauf der beschriebenen Schächte, Stollen und sonstigen Wasserbauwerke verdeutlichen sollen. Naturgemäß sind das - fast ausschließlich - auf die Karten- / Erdoberfläche projizierte, zweidimensionale Darstellungen. Auch die Ergänzung der Bilder mit Höhenangaben bezogen auf NN ist nur bedingt geeignet, sich eine Vorstellung von den tatsächlichen Verhältnissen „in der Tiefe“ machen zu können. Die wenigen vorhandenen isometrische Risse sind in aller Regel sehr komplex und detailreich gehalten, was eine einfache Schnellinformation auch nicht unbedingt erleichtert.

Die im Mansfeld-Museum aufbewahrte „Disposition der Mansfelder Wasserhaltungs- Wasserversorgungsschächte“ kann hier Abhilfe schaffen. Sie zeigt Profil und Lageplan von einigen Wasserhaltungsschächten sowie Wasserversorgungsschächten des Mansfelder Reviers (die Links führen zu den jeweiligen Objekten in unserer Datenbank):

Durch die maßstabsgerechte Einzeichnung der Schächte (Höhen-Maßstab 1:4000) kann man sich auf dieser Zeichnung recht gut vergegenwärtigen, dass das Bergbaugebiet zu recht die Bezeichnung „Mansfelder Mulde“ trägt. Am Muldenrand, im Bereich des ausstreichenden Flözes, finden wir Schächte mit geringer Teufe (z.B. W-Schacht). Die großen Tiefbauschächte, zum Beispiel der Paulschacht, sind weiter hin zur Muldenmitte zu finden. Mit Blick auf die Darstellung kann man auch noch erfahren, welchem Hauptzweck die jeweiligen Schachanlagen im System der Wasserversorgung dienten: Gelb eingezeichnet sind die (zum Zeitpunkt der Erstellung der Zeichnung) in Betrieb befindlichen Wasserhaltungsschächte, blau die Wasserversorgungsschächte. Man sieht auch, dass die Wasserhaltungsschächte in ihrem Zusammenwirken das Wasser letztlich auf das Niveau des Schlüsselstollens heben.

Die Zeichnung ist nicht datiert. Aus der Darstellung und den Schachtbezeichungen kann man jedoch schließen, dass hier der Zustand Anfang des 20. Jahrhunderts (vermutlich etwa 1905) festgehalten worden ist.

Disposition der Mansfelder Wasserhaltungs- Wasserversorgungsschächte.
Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss- Inv. Nr:000779
Herkunft/Rechte: Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss [CC BY-NC-SA]

(Letzte Aktualisierung: März 2019)


Weitere Informationen

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