Hebener, Karl


Karl Hebener arbeitete auf der Krughütte bei Eisleben und war Hobby-Naturforscher. In unsere Zusammenstellung von Zeitzeugen haben wir diesen Sohn unserer Heimat wegen seines Engagements bei der Renaturierung von Bergbauhalden, insbesondere in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts,  aufgenommen. Der nach ihm benannte Karl-Hebener-Weg ist wesentlicher Teil unserer Tour "Eine Wanderung zu den Otto-Schächten".


Das Leben und Wirken von Karl Hebener schildert anschaulich der Nachruf von Helmut Lohmeier - veröffentlicht in: Mansfelder Heimatblätter-Kreis Eisleben; 1986, S. 67 

Karl Hebener
* 5. 12. 1891
† 4. 5. 1985
Reproduktion: Foto-Thun

Nachruf für Karl Hebener

Am 4. Mai 1985 verstarb im 94. Lebensjahr der bekannte Ornithologe und Vogelberinger Karl Hebener. Geboren wurde er am 5. Dezember 1891 in Breitungen am Südharz. Hier durchstreifte er bereits in seiner Jugendzeit die Wälder des Südharzes und war ein begeisterter Naturfreund und Vogelbeobachter. Im Jahre 1910 kam Karl Hebener in das Mansfelder Land. 48 Jahre lang arbeitete er auf der früheren „Karl-Liebknecht-Hütte", davon 25 Jahre vor dem Hochofen. In seiner Freizeit widmete er sich der Naturforschung, und besonders der Beobachtung der Vogelwelt. Karl Hebener war mit Fritz Wöhlbier Mitbegründer der Zweigberingungsstelle für Vögel der Grafschaft Mansfeld im Jahre 1932, die der Vogelwarte Helgoland angeschlossen war. Die Beringungsstelle existierte bis 1945. Allein in den Jahren 1933 bis 1937 beringte Karl Hebener 2203 Vögel. Im Jahre 1939 waren es gemeinsam mit den Beringern Hermann Festner und Willi Scheibeis 678 Vögel, die in den Eisleber Parkanlagen beringt wurden.

Eine erste Auswertung der Beringungsergebnisse nahm cand. zool. Fritz Kühlhorn auf Grund der Rückmeldungen im Jahre 1941 vor. Aus dieser Veröffentlichung entnehmen wir u. a.:

  • 16. Mai 1935, ein Star, von Karl Hebener beringt, am 5. November 1935 aufgefunden in Armante (Spanien),
  • Zaungrasmücke, am 25. Mai 1936 von Karl Hebener beringt, am 2. September 1936 aufgefunden in Kilizman bei Izmir (Türkei),
  • Rotkehlchen, am 2. April 1934 von Karl Hebener beringt, aufgefunden am 27. November 1934 in Caluire/ Rhône (Frankreich).

Aktiven Anteil hatte Karl Hebener an der Wiederbepflanzung der Halden des Mansfelder Kupferschieferbergbaues, so z. B. daran, daß im Jahre 1937 die Neuanpflanzungen auf der Halde des Ottoschachtes auf der Hüneburg bei Eisleben gelangen.

Mehrere Veröffentlichungen über Vogelkunde und Beringungsergebnisse Karl Hebeners sind in den Heimatbeilagen der Eisleber Zeitung „Mein Mansfelder Land" und „Natur und Kultur" abgedruckt. Auch nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich Karl Hebener für die Belange des Vogelschutzes und des Naturschutzes ein. An der Wiederbegrünung der Halden des Max-Lademann-Schachtes, an Aufforstungsarbeiten, am Bau von Nistkästen und ähnlichen Maßnahmen zur Förderung des Vogelschutzes hatte er hervorragenden Anteil. Oft sah man ihn beim Verschneiden von Hecken, Gesträuch und Bäumen auf der Hüneburg oder im Katharinenholz, um zugewachsene Wege wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Lange Zeit führte er jährlich im Frühjahr vogelkundliche Exkursionen durch die Eisleber Parkanlagen, zur Hüneburg oder in die Mansfelder Gründe.

Wir werden Karl Hebener, der sich jahrzehntelang für Natur- und Vogelschutz eingesetzt hat, stets ein ehrendes Andenken bewahren.

(Letzte Aktualisierung: Februar 2019)

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