[132] Glückauf Stollen

Objektbeschreibung – Die Geschichte des Stollens

 

Der Glückauf-Stollen auf der Generalkarte von 1857

Die Entscheidung zum Auffahren des Stollens stand in engem Zusammenhang mit der Vermutung, dass sich zwischen den Einflussgebieten der ehemaligen Faulenseer und Rißdorfer Stollen ein gutes Baufeld befinden würde. Der Stollen ist 1730 aus den Schlotten des Schafbreiter Reviers zwischen Wimmelburg und Kreisfeld angesetzt worden. Seine Bezeichnung lautete zunächst „Gottlob-Glückauf-Stollen“, später nur noch „Glückauf Stollen“.  In einem Schacht in der Kalkschlotte im Goldgrund  ist im  Zusammenhang mit dem Stollenbau ca. 44 m unter der Hängebank ein ca. 25 m langer Querschlag zu einer weiteren Schlotte aufgefahren worden. In dieser Schlotte versickerten die beim weiteren  Auffahren des Stollens anfallenden Wässer.

Zunächst diente der Stollen der Erkundung alter Strebreste und der Wasserabführung aus nördlich gelegenen Feldesteilen. Man musste jedoch feststellen, dass dort bereits vor dem 30jährigen Krieg abgebaut worden war; sogar bis unter das Niveau des Froschmühlenstollens.

Der Stollen diente ab 1800 ausschließlich als Wasserzubringer für die Schafbreiter Wasserkunst.

1804 wurde der O-Schacht mit einem Querschlag erreicht, 1814 der Mariaschacht geteuft. Hier, im Gebiet von Hergisdorf, fanden sich größere, noch nicht abgebaute  Feldesteile. Die Schächte U und O wurden für lange Jahre bestimmend für die Erzförderung.

Eine Weiterführung des Stollens nach Norden bis Benndorf diente dem Sammeln von Wasser für die Schafbreiter Wasserkunst.

In den folgenden Jahren bis zur Beendigung des Stollenbaues kamen mit dem Koch-, Hoffnung- und Neuen Lichtloch weitere Lichtlöcher hinzu.

Im März 1826 begannen die Abteufarbeiten zum Hoffnungschacht bei Helbra; auch wenn gleichnamig, nicht identisch mit Objekt [038]).

Der Schacht wurde neu angelegt, da der bei einer alten Halde gelegene ehemalige Schacht nicht gefunden wurde. Im August des gleichen Jahres erreichte man die Sohle. Ein Querschlag verbindet diesen Schacht, der von 1827 bis 1831 förderte, mit dem Glückauf Stollen. Mit dem Schacht wurden aus der Zeit bis zum 30jährigen Krieg stehen gebliebene Pfeiler abgebaut.

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden durch den Fäuleabbau im Revier „Alt Mansfeld“ mehrere Lichtlöcher des Stollens nochmals als Förderschächte eingerichtet.

Der Stollen diente im 20.Jahrhundert auch als Trinkwasserstollen für die Wasserhebung im Schmid und im W-Schacht. (Stand 1979)

Ein  Blick auf den Tageriss oder den Grubenriss des entsprechenden Ausschnittes aus der "Bergschadenkundlichen Analyse" des VEB Mansfeld Kombinat Eisleben (Abschlussdokumentation Mansfelder Mulde, Dez. 1982) verrät interessante Einzelheiten zum Stollenverlauf, zu Lichtlöchern und  Schächten sowie zu  Querschlägen zu anderen Objekten, die mit dem Glückaufstollen in Verbindung gebracht werden können. (Interessanterweise gibt es, wenn auch nur geringfügige, Abweichungen im Stollenverlauf zwischen beiden Rissen.)

Nachstehendes Bild vermittelt einen ungefähren Eindruck von der räumlichen Situation des untertägigen Stollenverlaufes in Relation zu anderen Grubenbauten der Region und zur Tagesoberfläche entlang des Stollenverlaufes.

Gleich, wie sich jetzt die Situation im Untergrund darstellt, dieser Bereich des Stollens ist und bleibt für den heutigen Besucher unerreichbar. Dennoch kann es durchaus interessant sein, dem Stollenverlauf an der Tagesoberfläche „vor Ort“ oder auch virtuell zu folgen. Auch heute finden sich an der Tagesoberfläche durchaus noch Zeugnisse der bergmännischen Tätigkeit am und im unmittelbaren Umfeld dieses Stollens.

Wer dem Verlauf an der Tagesoberfläche virtuell folgen möchte, kann dazu  die Google-Karte nutzen oder sich seinen Verlauf auf OSM ansehen.


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