[027] Walzwerk Hettstedt

Zeittafel

[027] Zeitpunkt bzw.  von  bis Ereignis
  1818 1857 Die Werke Rothenburg /Saale und Eberswalde im Verband der Mansfeldschen Kupferschieferbauenden Gewerkschaft sind die Vorläufer des Hettstedter Betriebes.
       
  1909   MKM (Mansfelder Kupfer und Messingwerk) nimmt die Produktion auf und erweitert damit die Kupferhalbzeugpalette der Mansfelder Gewerkschaft.  Ferdinand Bleicher hatte die Planung geleitet. Otto Busse führte dann das produzierende Werk, das bereits im 1. Weltkrieg wichtiger Zulieferer für die Rüstungsindustrie wird. 
       
  1921   Die Mansfelder Gewerkschaft mutiert zur Mansfeld AG. 
       
  1927   Hermann Brucklacher übernimmt die Leitung des Werkes, die er bis 1945 innehat. 
       
  1933   Aus Subventionierungsgründen wird für die Bergbau- und Hüttenbetriebe die Mansfeld AG für Bergbau und Hüttenbetrieb gegründet. MKM wird zum zentralen Betrieb der Rumpf-Mansfeld AG. 
       
  1934   In Hettstedt beginnt die Produktion von Halbzeugen aus Aluminium und dessen Legierungen. 
       
  1941 1945 Hettstedt produziert wiederum für die Kriegsrüstung, diesmal auch mit Hilfe von zwangsverpflichteten ausländischen Arbeitskräften und Kriegsgefangenen.
       
  1945   Im April/Juni 1945  fällt das Werk unter US-amerikanische Besatzung.
       
  07. 1945   Die sowjetische Besatzungsmacht übernimmt das Werk, das schrittweise in Gang gesetzt wird und bis Ende 1953 als Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) geführt wird. Als Generaldirektoren fungieren die sowjetischen Bürger Lirow und Karjakin. 
       
  01.01.1954   Das Werk wird Volkseigener Betrieb (VEB). Generaldirektor wird Prof. Dr. Franz Bandel. Es folgt eine stürmische Entwicklungsetappe. Hettstedt wird Leitbetrieb einer weiteren Gruppe von Nichteisenmetall-Halbzeug-Betrieben als VEB NE-Metallkombinat. 
       
  1968   Prof. Bandel geht in den Ruhestand, die VVB NE-Metallindustrie in Eisleben wird aufgelöst, ihr Generaldirektor Stude übernimmt das Hettstedter Werk. 
       
  1968   Zwecks Erweiterung der Al-Halbzeug-Produktion übernimmt Hettstedt den Aufbau des auf dem Gelände des auslaufenden Braunkohlenwerkes Nachterstedt zu errichtenden neuen Betriebes.
       
  01.01.1970   Hettstedt wird mit allen zugehörigen Werken vom VEB Mansfeld Kombinat Wilhelm Pieck, Generaldirektor Prof. Dr. habil. Karlheinz Jentsch, übernommen. Die vorher zu Hettstedt gehörigen Werke unterstehen nun dem Kombinat direkt. Es folgt eine  zweite bemerkenswerte Entwicklungsetappe. 
       
  1972   Das im Aufbau befindliche Werk Nachterstedt wird selbständig und dem Kombinat direkt unterstellt. 
       
  1990   Hettstedt wird Treuhandbetrieb, firmiert zunächst als Walzwerk Hettstedt AG und wird von westlichen Konkurrenzbetrieben zwecks evtl. Übernahme sehr intensiv kontaktiert. 
       
  1992   Der gesamte Aluminiumteil wird ausgegliedert (privatisiert.)
       
  1993   Im Zuge der Auflösung der Mansfeld AG wird die Kupfer-Silberhütte MKM zugeordnet. MKM firmiert nun als Mansfelder Kupfer und Messingwerk GmbH und bleibt bis 1995 in Treuhandverantwortung mit schnell wechselnden Geschäftsführern ohne erkennbare Konzeption zur Weiterführung des Werkes. 
       
  1995   Die belgische Lamitref Industries N.V. privatisiert das Werk und und qualifiziert die schon früher eingeleitete Umstrukturierung und Sanierung u.a. durch eine großzügige Investitionspolitik. 
       
  2004   Die kasachische Kazakhmys Corporation übernimmt das Werk von Lamitref. 
       
  2013   Übernahme durch die Copper Bidco GmbH der Investorengruppe Hannam & Partners (London) 
       
  2018   Verkauf an KME-Gruppe, Osnabrück (Vorbehaltlich Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörden sowie der Finanzierungspartner von MKM)
       
       

Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Nähere Informationen zu Betriebsabteilungen erhalten Sie über nachstehende Links:

    Das Werk liegt unmittelbar an der B 86 zwischen Hettstedt und Großörner, ausreichende Parkmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld, Hinweistafeln auf den Haupteingang sind vorhanden.

    Das ehemalige Betriebsareal des Walzwerkes wird in der Gegenwart von MKM dominiert, wobei auf dieser Fläche auch noch ausgegliederte (privatisierte) Betriebsteile mit neuer Firmierung tätig sind.

    MKM selbst ist besonders gut auszumachen

    • aus Richtung Ortsausgang Klostermansfeld Straße nach Mansfeld (Leimbach);
    • aus Richtung Gerbstedt über die L 158 kommend
    • aus Richtung Aschersleben/Hettstedt ca. 500m vom Knoten Hettstedt in östlicher Richtung

    Charakteristische Kennzeichen sind die Hallenkomplexe der ContiM-Bandgießwalzanlage und der ContiR-Drahtgießwalzanlage, deren kräftige blaue Farbe sich deutlich von der umgebenden industriellen Bebauung abhebt.

    Sehenswertes im Umfeld:

    • Das Mansfeld Museum in Hettstedt-Burgörner, Schloßstraße 7
    • Das Lichtloch des Schlüsselstollens Nr. 24 S in unmittelbarer Nähe des Museums Großörner (zur Information: das LL ist verwahrt, das Schachtgebäude existiert noch)
    • Das Lichtloch des Schlüsselstollens Nr. 26 S in der Ortslage Großörner
    • Das Schmalzgrund-Viadukt in der Ortslage Hettstedt u.a.m.

  • Geodaten:
    51°37'39.32"N 11°30'7.75"E
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