[164] Solequelle Röblingen (Igelsumpf)

Objektbeschreibung

Am Westrand des ehemaligen Salzigen Sees zwischen Röblingen und Erdeborn befinden sich mehrere Solequellen mit einer typischen Salzflora.

Bild 1 Blick von Norden auf eine Solequelle im Bereich des Igelsumpfes, im Bildhintergrund die Eisenbahnstrecke Halle- Kassel (Foto Dr.S.König)

Archäologische Funde belegen, dass bereits in der späten Bronze-/frühen Eisenzeit, also vor ca. 2700 bis 3000 Jahren, im Bereich Erdeborn – Röblingen Salz gewonnen wurde. Anhand von Funden wurden Siedlungsstellen dokumentiert, in denen sich Produktionsstätten zur Salzgewinnung befanden. In der vorgeschichtlichen Salzgewinnung kam gebranntes Tonmaterial, wofür sich das französische Wort „Briquetage“ (Ziegel- oder Ziegelmaterial) eingebürgert hat, als eine Art Salzsiedepfannen in eigens dafür gebauten Siedeöfen zum Einsatz. Insgesamt belegen die zwischen Erdeborn und Röblingen dokumentierten Funde eine intensive vorgeschichtliche Salzgewinnung am Westrand des Salzigen Sees.

Bild 2 Karte vom Salzigen See, entnommen aus MARSCHALL, O. (1983)

Auf dieser Karte ist die Lage eines „Salzzwerck“, etwa in der Position unseres heutigen Igelsumpfes eingetragen. Auch in den späteren Jahrhunderten gab es Versuche diese Solequellen zu nutzen, was in der nachfolgenden Urkunde mit Lageplan des Fundortes dokumentiert ist. (Bild 3 und 4 sind Sammlungen Mansfeld-Archiv)

Bild 3 Verleihungsurkunde der Solemutung
Bild 4 Lageplan der Solemutung bei Erdeborn
Bild 4 Lageplan der Solemutung bei Erdeborn

Der durch die Solequellen bedingte salzhaltige Boden im Bereich des Igelsumpfes führt zu einer Ausbildung einer typischen Salzbodengesellschaft. Neben der Salzbinse, dem Milchkraut, dem Europäischem Queller ist auch die Strand-Aster anzutreffen.

Bilder 5 und 6 Die Strandaster ist im Igelsumpf anzutreffen (Foto Dr.S.König)

(Letzte Aktualisierung: Januar 2019)


Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Der Igelsumpf liegt ca. 800 m westlich vom westlichen Ortsrand von Röblingen. Von Aseleben (B 80) kommend, biegt man in der Ortslage Röblingen, auf der Höhe des gut sichtbaren Denkmals, nach links (Westen) ab. Die Straße geht nach ca. 400 m in einen gut befahrbaren Feldweg über. An der Gabelung des Feldweges befindet sich der Igelsumpf.

  • Geodaten:
    51°28'11.41"N 11°39'44.15"E
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