[121] Lichtloch 26 S


In den Jahren 1869 bis 1872 östlich von Großörner angelegtes Lichtloch des Schlüssel-Stollens



Objektbeschreibung

Quelle: Mansfeld - Die Geschichte des Berg- und Hüttenwesens - Band 3: Die Sachzeugen

Historische Aufnahme vom Lichtloch 26 S (MansfeldBand3)
Das Lichtloch 2010 (Schachtröhre: weißer Rundbau) (MansfeldBand3)

Der Schacht wurde östlich von Großörner von 1869 bis 1872 von der Ackersohle bei + 160,4 m NN auf 97,7 m Teufe und damit bis 15 m unter das Niveau des Schlüssel-Stollens (+75,6 m NN) niedergebracht.

Mit dem Schacht sollte die Auffahrung des Schlüssel-Stollens, die wegen verschiedener Probleme im Vortrieb am Freiesleben-Schacht in Verzug geraten war, beschleunigt werden.

Der Schacht erhielt einen Durchmesser von 3,8 m.

Große Schwierigkeiten traten auf beim Teufen im Zechstein, der stark verkarstet und deshalb stark wasserführend war. Dies führte zu Verzögerungen beim Teufen und letztlich zur Entscheidung, den Schacht auszumauern und teilweise (6 m) mit gusseisernen Tübbings auszubauen. Infolge dieser Probleme konnte der Schacht erst 1872 fertiggestellt werden.

Die Erzförderung fand statt von 1873 bis 1895. Zeuge dieser Phase ist die am Schachtstandort vorhandene Flachhalde, die auf 8 ha Fläche und bei einer Höhe bis 26 m etwa 2,0 Mill. m³ Material enthält.

Historische Zeichnungen zeigen die Förderbrücke (1881?) und Grubenbaue (Kopie eines Risses von 1899?). Das Interessante an der Risskarte ist, neben der Tatsache, dass der Standort der Gottesbelohnungs-Hütte eingezeichnet ist, die Möglichkeit, sich über den Abbaufortschritt im Verlauf der Jahre zu informieren.

Gottesbelohnungs-Hütte Grubenbaue beim L. L. Nr. 26 S
Herkunft/Rechte: 
Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss (CC BY-NC-SA)
Halden- u. Anschlag- Förderbrücke von 42,00 m. Länge
am 26 Licht-Loch S
Herkunft/Rechte: 
Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss (CC BY-NC-SA)

Nach der Phase der Erzproduktion entwickelte sich das Lichtloch 26 zu einem Lieferanten von Trink- und Brauchwasser, das vorwiegend aus dem Grubenfeld oberhalb des Schlüssel-Stollens und aus dem Zabenstedter Stollen gewonnen wurde. Die Abnehmer dieses harten Karstwassers waren vor allem die Industriebetriebe, aber auch die Öffentlichkeit im Raum Hettstedt. Diese Wasserlieferungen dauerten an bis zum Jahr 1992, als infolge der Stilllegung vieler Betriebe und des damit verbundenen starken Rückgangs des Wasserverbrauchs die Belieferung mit dem weicheren Wasser aus dem Fernwassernetz ausreichte.

Anschließend wurde der Schacht unterhalten als ein Zugang zum Schlüssel-Stollen.

2011 wurde das LL 26 S abgeworfen und verwahrt.  


Zahlen und Fakten

Der Schacht traf beim Teufen etwa das folgende geologische Profil an:

  • bis 5,0 m Holozän
  • bis 84,0 m Zechstein (kein Steinsalz, stark verkarstet, Kupferschiefer)
  • bis Endteufe Rotliegendes

(Letzte Aktualisierung: März 2019)

 

 

Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Das Lichtloch 26 S (LL 26 S) liegt am östlichen Rand der Ortslage von Großörner an einem Feldweg, etwas versteckt hinter seiner eigenen Halde.

  • Geodaten:
    51°37'3.97"N 11°30'6.32"E
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