[204] Gipssteinbruch am Hirtenberg (Wolferode)

Objektbeschreibung

Sportplatz Wolferode; der Eckpunkt wurde im Gipsgestein angelegt (Foto Dr. S. König)

Der Hauptanhydrit, der in diesem Geotop ansteht, ist im Bereich der Kupferschieferreviere Mansfeld-Sangerhausen nur an wenigen Stellen über Tage aufgeschlossen. Er bildet in früheren Zeiten die Grundlage für eine florierende Gipsindustrie. Neben Wolferode wurden weitere Brüche z.B. in Eisleben (Bereich ehemalige Krughütte, Hüneburg), in Kreisfeld, in Wiederstedt und in Obersdorf betrieben. Die in Wolferode gelegene Gipshütte einschließlich des Gipsbruches wurde von den Gebrüdern Drechsler aus Eisleben betrieben. Während des 1. Weltkrieges wurde die Anlage abgebrochen. Als Grund für die Einstellung der Gipsgewinnung und - verarbeitung wird das geringe Gipsvorkommen genannt.

Blick auf den mit Bäumen zugewachsenen Gipsbruch hinter dem Sportplatz Wolferode (Foto Dr. S. König)
frischer Nachfall von Anhydrit/Gips aus einer Bruchwand (Foto Dr. S. König)

Im Normalprofil des Mansfelder-Sangerhäuser Reviers erreicht der Hauptanhydrit Mächtigkeiten von 50 bis 60 m. Aus dem Anhydrit wird bei Kontakt mit Wasser Gips. Bei Zutritt vom salzhaltigen  Wasser löst sich der Gips vollständig auf. Übrig bleibt der im Anhydrit bzw. Gips enthaltene Dolomit in Form eines lockeren, grauen Gesteinsmaterials. Dieses wurde von den Mansfelder Bergleuten als „Asche“ bezeichnet.

Spalte im Gips (Foto Dr. S. König)
Ausschnitt aus der Geologischen Karte von Preußen und benachbarteten deutschen Ländern; Blatt Eisleben - herausgegeben 1930 (Veröffentlichung gestattet mit freundlicher Genehmigung durch das LAGB Sachsen-Anhalt); bearbeitet durch Dr. S. König

(Letzte Aktualisierung: Januar 2019) 


Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Um Wolferode zu erreichen, biegt man an der Ampelkreuzung der L 151 in Ortslage Wimmelburg in Richtung Wolferode ab. Eine Parkmöglichkeit ist am Rande des Wolferöder Sportplatzes vorhanden. Von dort aus sind es nur wenige Schritte bis zum Geotop.

    Der Gipssteinbruch ist gut zugänglich. Bedingt durch die steilen und und ungesicherten Bruchwände des Steinbruchs ist Vorsicht beim Betreten  geboten.

  • Geodaten:
    51°30'38.92"N 11°30'59.17"E
Gelesen 3125 mal

Kommentar verfassen nur für registrierte Nutzer nach Anmeldung - Gäste nutzen bitte die Kontaktadresse.