[054] St. Annenkirche und Augustiner Eremitenkloster in Eisleben

Bemerkenswerte Kunstwerke in der Kirche

Der spätgotische Schnitzaltar aus der Anfangszeit der Kirche:

Im Mittelschrein sind neben Maria mit dem Jesuskinde Katharina und Margareta zu sehen, in den Seitenflügeln die zwölf Apostel, in der Predella erkennt man Maria und ihre Mutter Anna, die Schutzheilige des mittelalterlichen Bergbaues, mit dem Jesuskind.

Die Steinbilderbibel von 1585:

Eine in 29 Felder unterteilte steinerne Brüstung im Chor mit 23 Szenen aus dem Alten Testament, die beiden ersten Tafeln sind dem Thema Leben und Tod im Sinne der christlichen Auferstehung gewidmet, die vier letzten zeigen die Evangelisten.

Die Kanzel von 1608:

Prächtiges, in Gips modelliertes Renaissancekunstwerk, das die Szenen der Steinbilderbibel vorwiegend mit Themen des Neuen Testamentes fortsetzt. Die Kanzel ist wie das Mittelbild der Fassettendecke des Langhauses (Darstellung der Heiligen Dreieinigkeit), eine Stiftung des gräflichen Stadtschössers von Mansfeld – Hinterort Joachim Tempell, dessen prächtiges Wohnhaus mit Renaissancewerken am Breiten Wege (Nr.92) steht und das laut Inschrift über dem Portal 1574 erbaut wurde.

Die Kassettendecke im Langhaus:

Das breite, einschiffige Langhaus erhielt 1603 auf Veranlassung des Stadtschössers Joachim Tempell eine bemalte Kassettendecke in Renaissanceformen, die 1988 – 1991 restauriert wurde. Dargestellt sind Vater, Sohn und heiliger Geist, umgeben von den zwölf Aposteln.

Die zwei farbigen Stifterfenster von 1514:

In zwei Stifterfenster an der Südwand des Langhauses befinden sich sechs Glasgemälde (je drei je Fenster). Von links nach rechts sehen wir eine trauernde Mariengestalt und das Wappen des Stifters Albrecht von Dienheim, eines gräflichen Rates. Es folgen Christus als Weltenrichter und Caspar von Watzdorf, ein weiterer Rat aus dem gräflichen Hofstaat, in knieender, anbetender Haltung. Das vierte Bild zeigt Albrecht IV. (1480 – 1560), den Gründer der Eisleber Neustadt. Daneben ist der Schutzheilige der Augustiner Mönche, der heilige Christopherus zu sehen, während das letzte Glasgemälde den gräflichen Rat Jörg von Holbach zeigt. Diese Fenster befanden sich ursprünglich in den Mauerfenster des 1514 bis 1516 erbauten Chors der St. Annenkirche.

Erbbegräbnis im Westchor:

Da die Neustädter St. Annenkirche bei ihrem Weiterbau ab 1585 von der Gräfin Margareta von Mansfeld – Hinterort von vornherein als Grablege der historischen Linie gedacht war und dementsprechend gestaltet wurde (Westkapelle, Turmkapelle mit mindestens acht Beisetzungen ), sucht man in ihr nach typischen Zeugnissen des Mansfelder Kupferbergbaues vergebens. Diese befinden sich vielmehr außerhalb der Kirche an der Südseite des Ostchores auf dem ehemaligen Neustädter Friedhof: Die klassizistischen Grabsteine des kursächsischen Bergvogts für Thüringen und die Grafschaft Mansfeld Joh. Chr. Schmid ( gest.1788) und seines Sohnes Z.R.W. Schmid (gest. 1795), Oberzehnder und Bergvogt, sind die einzigen erhaltenen Erinnerungsmale an diesen Friedhof.

Siehe auch:


Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Die Kirche St. Annen liegt im Westen der Lutherstadt Eisleben und ist zu Fuß von der Stadtmitte über Sangerhäuser Straße – Breiter Weg – Annengasse zu erreichen.

    Sehenswert im Umfeld sind: 

    Kamerad Martin - Symbolfigur der „gräflichen“ Eisleber Neustadt und das allerdings sehr baufällige Neustädter Rathaus (nicht begehbar) auf dem Breiten Weg aus dem Jahre 1580.

  • Geodaten:
    51°31'45.00"N 11°32'13.46"E
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