[209] Badendorfer Schlucht (Lüttchendorf)


    Bei diesem Geotop handelt es sich um eine Schlucht am Nordhang des Süßen Sees. Aufgeschlossen sind Feststeine des Buntsandsteins sowie Lockergesteine des Hüllstockwerkes. Zu sehen sind weiterhin durch Subrosion entstandene großflächige Senkungsstrukturen innerhalb der Spaltenzone Höhnstedt-Volkstedt sowie Erosionsformen von Fest- und Lockergesteinen.



    Objektbeschreibung

    Bild 1 Blick von Süden (Standort B180) auf die Badendorfer Schlucht am Nordhang des Süßen Sees (Foto Dr. S. König)

    Die Badendorfer Schlucht ist ein tiefer Geländeeinschnitt im Nordhang des Süßen Sees. Sie liegt im Landschaftsschutzgebiet (LSG) "Süßer und Salziger See". Im Bereich der Baderdorfer Schlucht sind zwei Flächennaturdenkmale (FND) ausgewiesen. Ihre geotouristische Bedeutung ergibt sich durch die erosiv und subrosiv bedingten Geländeformen sowie durch die gut aufgeschlossenen Gesteine. Die im Bereich der Badendorfer Schlucht anzutreffenden Trocken- und Halbtrockenrasen sowie die Gebüsche trockenwarmer Standorte stellen besonders geschützte Biotope (§ 30 NatSchG LSA) dar.

    Die nachfolgenden Fotos zeigen intessante Aufschlüsse, die man vom Uferweg des Süßen Sees aus, bis zum Nordende der Badendorfer Schlucht antreffen kann.

    Bild 2 Blick von Süden (Uferweg Süßer See) auf den südlichen Teil der Badendorfer Schlucht (Foto Dr. S. König)

    Nach ca. 1 km Fußmarsch erreicht man ein Geländeplateau, von dem man einen eindrucksvollen Blick auf eine großflächige Subrosionsstruktur (Senkungswanne) hat.

    Bild 3 Blick auf die sich westlich der Badendorfer Schlucht ausgebildete Senkungsmulde (Foto Dr. S. König)

    Von einem Abstieg in die Talsohle der Badendorfer Schlucht ist dringend abzuraten. Interessente Details von den durch Erosion freigelegten Gesteinsschichten des Unteren Buntsandsteins sind auch vom Wegrand aus erkennbar.

    Bild 4 Anstehende Schiefertone (Tonletten) des Unteren Buntsandsteins in der sehr stark verbuschten Badendorfer Schlucht (Foto Dr. S. König)

    Im nördlichen Teil des Geotopes sind Erosionsformen im anstehenden Löß gut sichtbar.

    Bild 5 Erosionsrinne im Löß am nordwestlichen Rand der Badendorfer Schlucht (Foto Dr. S. König)

    Die für den Wein- und Obstanbau klimatisch günstige Lage dieses Bereiches findet sich bei der Wanderung in sehr vielen interessanten Zeugnissen wieder.

    Bild 6 Reste eines in Trockenmauerung angelegten Obstkellergewölbes (Foto Dr. S. König)

    Wie bereits erwähnt, ist der Talbereich der Schlucht sehr stark verbuscht. An dem gut begehbaren Rand der Badendorfer Schlucht sind viele interessante Aufschlüsse zu beobachten. Zu empfehlen ist ein Besuch der östlich der Schlucht gelegenen Himmelshöhe. Bei gutem Wetter hat man einen beeindruckenden Blick auf den Süßen See und sein Umland.

    Bild 7 Blick von der Himmelshöhe auf den Süßen See, Seeburg mit Schloss und auf die sich östlich davon anschließende Industrielandschaft (Foto Dr. S. König)

    (Letzte Aktualisierung: Januar 2019) 


    Bildergalerie

     

    Blick auf den Süßen See (Foto Dr. König)
    Geotop Badendorfer Schlucht - Erosionsrinne (Foto Dr. König)
    Geotop Badendorfer Schlucht - Südteil (Foto Dr. König)
    Geotop Badendorfer Schlucht am Süßen See (Foto Dr. König)
    Reste eines Obstkellers an der Badendorfer Schlucht (Geotop) (Foto Dr. König)
    Schieferetone an der Badendorfer Schlucht (Foto Dr. König)
    Senkungsmulde westlich der Badendorfer Schlucht - (Foto Dr. König)

     

    Weitere Informationen

    • Standortbeschreibung:

      Der Radwanderweg vom Parkplatz Wormsleben bis zum Südrand der Badendorfer Schlucht ist asphaltiert und nur für Anlieger mit PKW frei. Das eigentliche Geotop erschließt sich für die Besucher nur auf unbefestigten Wege und Pfaden. Ähnliche geologische Verhältnisse weist das ca. 1,5 km westlich von der Badendorfer Schlucht gelegene Geotop "Hanganschnitt Wormsleben" (Kupferspuren - Objekt-Nr.210) auf. Es lässt sich bequem mit dem Auto erreichen.

      Die Besucher dieses Geotopes bewegen sich in einem geschützten Naturraum. Sie haben sich entsprechend zu verhalten.

    • Geodaten:
      51°30'34.33"N 11°39'8.27"E
    Gelesen 319 mal

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