Zur Entwicklung der Grubenwehren im Mansfelder Kupferschieferbergbau

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5. Einsätze der Grubenwehr

Die Einsätze der Grubenwehr erfolgten sowohl planmäßig als auch durch Alarmierung. Planmäßige Einsätze wurden in der Regel genutzt, um zur Absicherung des laufenden Betriebsgeschehens in nicht bewetterten oder gaserfüllten Grubenteilen notwendige Kontrollen oder Reparaturen durchzuführen. Es wurden aber auch vereinzelt Streckenvortriebsarbeiten unter

Gerät vorgenommen, z.B. 1978 beim Aufschluss der sog. Hochscholle in Nienstedt wegen der Austritte von Stickstoff. Des weiteren waren in Sangerhausen solche Einsätze (monatlich 1 bis 6) regelmäßig zur Kontrolle von Wasserzuflüssen, die mit Schwefelwasserstoffaustritten verbunden waren, oder von unbewetterten Dammtoren nötig.

Die Spezialistengruppe Taucher leistete viele Einsätze zur Reparatur an Dämmen im eigenen Betrieb, zur Suche von Vermissten und zur Bergung von Toten oder Objekten aus Gewässern oder Schächten (Neuhoffnungs-Schacht in Ilmenau), zur Überwachung und Sicherung von Wasserkraftwerken (Vockerode, Markersbach), usw. Nicht unerwähnt bleiben darf der mehrfache Einsatz der Mansfelder Grubenwehren bei Katastrophen mit vielen Opfern in anderen Bergbauzweigen. Es ist hier zu denken an Schacht 250 in Niederschlema (1955), an Martin Hoop (1952) und Karl Marx (1960) in Zwickau.

Einsätze unter Alarmbedingungen gab es auch im Kupferschieferbergbau immer wieder. Erinnert sei nur an die größeren Einsätze, wie 1954 beim Brand in der Zahnradbahn im FortschrittSchacht 1, wie 1958 beim Wassereinbruch und wenige Wochen später bei einem Gasaustritt in der Folge eines Gebirgsschlages im Otto-Brosowski-Schacht. Hier musste um 1965 ein weiterer Grubenbrand bekämpft werden. Der bezüglich seiner Dauer, seiner Auswirkungen und der Anzahl der eingesetzten Grubenwehren bedeutendste Einsatz fand statt zwischen dem 19. Januar und dem 1. Februar 1987 im B.-KoenenSchacht Niederröblingen. Hier war in der 11. Sohle im Flügel 53 ein Gummigurtband in Brand geraten. Infolge des Brandes fanden 3 Bergleute den Tod. Zur Bekämpfung des Brandes von 3 Bereitschaftsstellen aus waren 97 Wehrleute der Schächte Niederröblingen und Sangerhausen, sowie 164 Wehrleute aus hilfeleistenden Wehren des Kali- und Spatbergbaus sowie der SDAG Wismut im Einsatz. Es wurden zur Suche der Vermissten, zur aktiven und passiven Brandbekämpfung und zur Überwachung des Abwetterstroms insgesamt 235 Einsätze von durchschnittlich 2 Stunden Länge gefahren, davon aus der Bereitschaftsstelle 11. Sohle 79, 10. Sohle 91 und Ackersohle Schacht II 65. Nach dem Ende dieser Phase der aktiven Brandbekämpfung wurden noch über Wochen Einsätze nötig zur Kontrolle und der Öffnung des durch Dämme abgeschotteten Brandfeldes im April 1987.

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