Mansfelder Berg- und Hüttenkleidung

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Die Kleidung um das Jahr 1550

Hauer und Schmelzer um 1550

Zwischen den dargestellten Figuren des vorhergehenden Bildes und diesem liegen 350 Jahre. Während dieser Zeit hat sich in der Kleidung dieser beiden Berg- und Hüttenleute fast nichts geändert. Die Gugel des Hauers hat sich vom Kittel gelöst und bedeckt als Kragen die Schultern. Das Fahrleder, welches wir bei Nappian noch vermissen, tritt jetzt in Erscheinung und wird nun künftig bis in unsere Tage behalten. Die Ärmel des Kittels schließen sich um die Handgelenke, wie auch die Hose über den Füßen als Schutz gegen den Staub eng anschließt. Der Streckenvortrieb wird nun vorwiegend mit Schlägel und Eisen bewältigt. Als Geleucht dient die mit Unschlitt gespeiste flache Zinnschale.

Der Hüttenknecht trägt auch noch den weiten Leinenkittel, welcher sich kaum von dem seines Kollegen vor 350 Jahren unterscheidet.

Rutengänger und Markscheider um 1550

Dieses Bild zeigt uns zwei Angehörige der „Technischen Intelligenz“ jener Zeit. Die zunehmende Tiefe der Schächte und die fortschreitende Technisierung im Bergbau erforderte auch eine bessere Ausbildung dieser Techniker. Hier ist es der Markscheider, welcher schon äußerlich durch die Kleidung seine gehobene Stellung kennzeichnet. Wir sehen ihn mit dem Lot und dem Längenmaß von einem halben Lachter. Das im Mansfeldschen gebräuchliche Lachtermaß betrug 2,08 Meter. Ihm, dem Markscheider, oblag die Verrichtung aller im Bergwerksbetrieb anfallenden Vermessungsarbeiten über und unter Tage.

Die Tätigkeit des Rutengängers bestand darin, vermittels der sogenannten „Wünschelrute" unterirdische Erzgänge und Wasservorkommen festzustellen. Diese Ruten aus Metall oder Weidenzweigen sollten durch Ausschlagen diese Vorkommen anzeigen. Im Mansfeldschen dürften sich diese Methoden bei der ebenen Lage des Flözes erübrigt und nur auf die Suche nach Wasser beschränkt haben.

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