Die Kalidrahtseilbahn zwischen Eisleben und Unterrißdorf

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Planung und Bau

Die im Raum Eisleben erkundete Kalisalzlagerstätte bot aus Sicht der Mansfeld’schen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft hinsichtlich Quantität und Qualität eine gute Grundlage für einen wirtschaftlichen Kalibergbau. So fiel im Jahr 1911 kurzfristig die Entscheidung, im Bereich des Grubenfeldes des Wolf- und Dittrichschachtes den Abbau von Kalisalzen aufzunehmen.

Diese Entscheidung bedingte gravierende Veränderungen hinsichtlich des Ausbaus und des Betriebes der beiden neuen Schächte Wolf und Dittrich. Die Entscheidung zugunsten des Kalisalzabbaus schloss aber gleichzeitig die Erhaltung und den Ausbau der beiden Schächte für eine spätere Kupferschiefererzförderung ein.

An dieser Stelle sei erinnert, dass bereits im Jahr 1898, also vor 110 Jahren, mit dem Beginn des Abteufens des Kalischachtes Georgi in Wansleben, der Kalibergbau der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft begann. Ein Ausbau der Produktionskapazität der Kalifabrik Wansleben, um die im Raum Eisleben geförderten Kalisalze zu verarbeiten, wurde aus verschiedenen Gründen verworfen.

Westliche Ansicht des Wachler- und des Dittrichschachtes mit der Kalidrahtseilbahn

Auf dem Gewerkentag, am 23. Mai 1911, wurde eine Vorlage der Ober- Berg- und Hütten-Direktion hinsichtlich des Kalisalzbergbaus im Raum Eisleben bestätigt. Durch die Gewerken wurden dafür finanzielle Mittel in der Höhe von 1,8 Millionen Mark bewilligt. Mit diesem Geld sollte die Kalifabrik auf der Krughütte in Eisleben erbaut und die Drahtseilbahnstrecke vom Dittrichschacht, über den Wolfschacht, zur neuen Kalifabrik in Eisleben errichtet werden.

Mit dem Bau der Drahtseilbahnstrecke wurde die Leipziger Firma BLEICHERT & Co. beauftragt. Die 8,835 km lange Strecke wies 27 Überführungen auf, die mit Schutzbrücken und -netzen gesichert werden mussten. Die eingereichten Bauunterlagen wurden im September 1912 berg- und landespolizeilich genehmigt.

Den erfolgreichen Abschluss der Bauarbeiten bildete am 27.10.1913 die behördliche Abnahme der neu errichteten Drahtseilbahn. Zu erwähnen ist auch, dass durch die Mansfeldsche Kupferschieferbauende Gewerkschaft im Jahr 1913 eine weitere ca. 2,5 km lange Drahtseilbahnstrecke in Betrieb genommen wurde. Sie führte vom Kalischacht Neu-Mansfeld zur Kalifabrik in Wansleben.

Schutznetz der Seilbahntrasse im Bereich des Wolfschachtes.

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