2008-1 Zwei große Katastrophen auf dem Zirkelschacht

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Der Wassereinbruch im Zirkelschacht

Nur kurze Zeit nach diesem Seilfahrtsunglück ereignete sich auf dem Zirkelschacht ein weiteres Ereignis mit gravierenden Auswirkungen auf das gesamte Mansfelder Bergrevier. Im Oktober 1907 kam es in der 5. Sohle des Zirkelschachtes zu einem verheerenden Wassereinbruch. Er führte zur Einstellung des Abbaus in diesem sehr gut vererztem Lagestättenfeld. Allein ca. 1.000 auf dem Zirkelschacht angelegten Bergleute mussten auf andere Kupferschieferreviere umgelegt werden. Der Wassereinbruch im Baufeld des Zirkelschachtes trat relativ unerwartet ein. Nicht nur große Teile des Baufeldes des Zirkelschachtes wurden unter Wasser gesetzt, sondern auch der Betrieb der benachbarten Schächte Niewandt und Paul musste wegen Überflutung zeitweilig eingestellt werden. Die Belegschaft wurde auf andere Schächte versetzt, wobei die Mansfelder Bergwerksbahn bei der Beförderung dieser Bergleute zu den anderen Schächten sehr gute Dienste leistete.

Während auf dem Zirkelschacht keine ausreichenden Pumpenkapazitäten vorhanden waren, standen sie auf dem Hohenthalschacht zur Verfügung. Was aber noch fehlte, war die Möglichkeit, das Wasser aus der 5. Sohle des Zirkelschachtes zum Hohenthalschacht abzuführen. Diese Streckenverbindung wurde nach dem Wassereinbruch mit aller Kraft im Gegenortsprinzip vom Zirkel- und Hohenthalschacht geschaffen. Im Januar 1908 war die Verbindung zwischen diesen beiden Schächten hergestellt und ab Februar 1908 wurden die Zirkelschächter Wässer dem Wasserhaltungssystem des Hohenthalschachtes zugeführt. Damit konnte mit der Sümpfung der eingebrochenen Karstwasser begonnen werden. Die Beseitigung der Auswirkungen des Wassereinbruchs nahm längere Zeit in Anspruch. Die Betriebsstörungen auf dem Niewandtschacht konnten erst im September 1908 vollständig beseitigt werden, Auch die  Ferigstellung des Paulschachtes verzögerte sich erheblich. Die Erzförderung des Paulschachtes konnte erst am 1. November 1908 aufgenommen werden. Der Zirkelschacht erreichte erst Anfang des Jahres 1909 wieder seine volle Erzförderung.

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