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Die Rache der Förderleute
oder späte Folgen für unkameradschaftliches Verhalten

von Martin Latk
2011


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In dem 70er Jahren fuhren die Schießmeister auf dem Bernard-Koenen-Schacht die Tagschicht als Zwischenschicht. Um 8.45 Uhr fuhren die Schießmeister in den Schacht ein und 16.45 Uhr war die Ausfahrt. Die Ursache war die im Schichtwechsel durchzuführende Sprengarbeit. Eine Gruppe der Schießmeister waren auf dem Marsch von der 8.Sohle auf die 6.Sohle. An der Spitze der 4 Kollegen marschierte ein älterer Kollege genannt „Claerenz“ nach einem schielenden Löwen aus dem Sonntagsnachmittagsfilmproramm des BRD-Fernsehens.
In dem Flachen von der 7. Sohle zur 6.Sohle war Wagenförderung aber eine Förderpause. So konnte der Marsch fortgesetzt werden, denn während der Förderung war die Fahrung im Flachen verboten. Kurz vor dem Anschlagpunkt des Flachen in der 6. Sohle waren die Förderleute dabei eine Krepelei zu beseitigen. Das heißt, es waren volle Förderwagen waren entgleist und umgestürzt. Die Förderleute baten die Schießmeister um Hilfe. Der an der Spitze marschierende „Claerenz“ rief nur „Nach Vorne“ und ging weiter. Die anderen Schießmeister halfen den Förderleuten die Krepelei zu beseitigen.
Wochen vergingen es war wieder Tagesschicht für die Schießmeister, Claerenz hatte sich mit seinen Kollegen abgesprochen, das sie einen Teil seiner Arbeit übernehmen, er wollte 14.30 Uhr vorzeitig ausfahren um dringende Besorgungen in Sangerhausen zu machen. Die restlichen Schießmeister von der 6.Sohle machten sich gegen 15.30 Uhr auf den Marsch zum Schacht. Als sie auf der 6. Sohle am Flachen ankamen war da die Förderung im vollen Betrieb und „Claerenz“ saß mit finsterem Gesicht auf der Bank der Förderleute. Mit dem Eintreffen der Schießmeister wurde die Förderung eingestellt und die Schießmeister konnten das Flachen betreten.
Während des Marsches begann das Ausfragen, warum „Claerenz“ noch da war. Erst sagte er nichts. Die aufkommende Schadenfreude der Arbeitskollegen führte zu immer neuen Nachfragen. So in der Art, „Rainer hast Du Rast gemacht auf Bank und bist eingeschlafen“. Erst sagte nur „ leckts mich doch am ….“.
Die Schießmeister merkten hier hatten die sonst gefälligen Förderleute „Cläerenz“ einen ordentlichen Streich gespielt. Nach Tagen kam dann heraus, als „Claerenz“ am Flachen ankam und die Förderleute fragte ob sie eine Förderpausen machen damit er das Flachen herunter gehen kann, riefen sie nur „Nach Vorne“, grinsten und förderten weiter. Sein Vorhaben, eher auszufahren und Besorgungen zu erledigen war geplatzt.
Natürlich sorgte sein Missgeschick und seine vorhergehende Ungefälligkeit für schadenfrohes Gespräch für die ganze Tagesschicht im Sprengmittelager.

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Ein Bergmannsstreich
oder wie jemand sich zum Schaden den Spott noch selbst besorgte

von Martin Latk
2011


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Diese Geschichte passierte Mitte der 60er Jahre dem Grubenbetriebsleiter Rudi K. auf dem Otto-Brosowski-Schacht. Er war bei öffentlichen Auftritten benachteiligt. Er wirkte phlegmatisch. Er sprach gleichmäßig ohne Betonung und konnte deshalb nur selten Interesse erwecken. Einmal sorgte er jedoch für große Aufmerksamkeit und Schadenfreude.
Es war eigentlich eine ganz normale Mittagschicht im Sommer. Die Busse mit den Bergleuten trafen nach und nach auf dem Brosowski-Schacht ein. Einige Kumpel gingen noch Essen in den Speisesaal. Andere machten Besorgungen im Magazin. Wieder Andere standen in der Lohnhalle oder im Hof am Springbrunnen, den Sonnenschein genießend schwatzten und rauchten. Plötzlich erklangen im Betriebsfunk die Trompeten von dem Einzugsmarsch der Oper Aida. Es war das Signal das ein Roter Treff stattfindet. Das Mikrofon übernahm der Grubenbetriebsleiter.
In seinem eintönigen langsamen Sprechtempo erklärte er, dass er in der Frühschicht eine Befahrung in der 12. Sohle gemacht habe und dass es seine Pflicht sei Mängel an Ort und Stelle anzusprechen. Wir dachten, wen hat es jetzt getroffen. Dann redete er langatmig davon, dass er doch als Vorgesetzter Achtung verdiene man ihn nicht verspotten und seine Autorität untergraben dürfe. Nun wurden die Kumpel aufmerksamer. Alle spürten es, der Grubenleiter ist schwer gekränkt.. Immer noch weit ausholend kam er zur Sache, man habe ihn beleidigt. Während einer Strebbefahrung habe man seine Jacke, die er an einen Stempel in der Sohle aufgehängt hatte, mit Schienennägeln fest angenagelt. Die Jacke war ruiniert. Er erklärte wieder weitschweifig, dass sich solche Streiche mit dem Grubenleiter nicht gehörten und dass der Täter bestraft werden muss. Aber er wolle bei freiwilliger Meldung von einer Bestrafung absehen. Dann beendete er den Roten Treff mit seinem üblichen Abschluss-Spruch, „Ein herzliches Glück Auf und recht viel Schiefern“.
Die Anwesenden in der Lohnhalle verkniffen sich die Schadenfreude. Die Kumpel auf dem Hof, im Speisesaal und in der Kaue lachten laut. und diskutierten: „wie kann jemand dem ein Streich gespielt wurde das noch an die große Glocke hängen“. Zumal die Mittagschicht ja gar nichts mit dem Geschehen zu schaffen hatte und normaler Weise den Streich gar nicht erfahren hätte.
Die Kumpel waren der Ansicht, wäre der Grubenleiter still geblieben, hätte niemand außer den Beteiligten etwas erfahren. Der Übeltäter hätte gewiss nicht mit seinem Streich geprahlt. Übrigens muss dem Grubenleiter doch ein Licht aufgegangen sein, das er die Sache falsch angegangen ist. Denn am nächsten Tag in der Frühschicht hat er den Roten Treff nicht wiederholt.

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