EIN BESUCH UNTER TAGE

EIN BESUCH UNTER TAGE


Symbol in Bearbeitung.jpgMit dem Ende des Kupferschieferbergbaus im südöstlichen Harzvorland wurden die Grubenfelder in der Mansfelder Mulde und im Revier Sangerhausen im Zuge der Verwahrung weitgehend geflutet. Im Schaubergwerk Röhrigschacht sind auch heute noch einige lufterfüllte Bereiche des Altbergbaus oberhalb des gefluteten Grubenfeldes zugänglich. Die vom Schaubergwerk Röhrigschacht angebotenen untertägigen Touren in diesen Bereichen stehen Besuchern offen. Andere Bereiche werden im Zuge von Sicherheitskontrollen nur von Fachleuten befahren. Hier haben Besucher keinen Zutritt. In diesem Abschnitt der Kupferspuren sind Aufnahmen aus den noch heute zugänglichen Grubenbauten zusammengestellt. Wem es nicht vergönnt ist, solche Bereiche zu befahren, erhält so einen kleinen Einblick in die aktuelle „Mansfelder Unterwelt“.


Mehr als 800 Jahre sind vergangen, seitdem am Hettstedter Kupferberg das begann, was unsere Mansfelder Region bis heute stark beeinflussen sollte. Der Bergbau und die Verhüttung des Kupfererzes prägten über Jahrhunderte Land und Leute. Einige Spuren dieses Geschehens, „Kupferspuren“, sind auf unserer Internetseite dokumentiert – zugänglich für jeden, der sich auf „Spurensuche“ begeben möchte.  Zusammengetragen, um dem Vergessen dessen entgegenzuwirken, was bis vor nicht allzu langer Zeit für Mansfelder zur alltäglichen Selbstverständlichkeit gehörte. 

Die Palette dessen, was wir in den Kupferspuren zusammengestellt haben, reicht von den materiellen Hinterlassenschaften – zum Teil auch heute sichtbar und greifbar für jeden – bis hin zu immateriellen Dingen. Dazu gehören Bräuche und Feste, überliefertes Wissen und Fertigkeiten, die unsere Identität bis heute prägen und die Gemeinschaft Gleichgesinnter zusammenhalten. Das Wirken unserer Traditionsvereine ist daraus erwachsen und ein lebendiger Beleg dafür. So gesehen, ist die thematische Zusammenstellung der Kupferspurenseite recht breit angelegt. Viele Facetten unserer regionalen Geschichte werden aufgezeigt – auch wenn das immer nur ein kleiner Teil des Großen und Ganzen bleiben wird.

Dennoch: Unsere Auswahl ist überwiegend „oberflächlich“. Und das im wahrsten Sinn des Wortes! Sicher: Geologische Karten, Grubenrisse, Karten zur Wasserhaltung der Gruben, Angaben zu den Schachtprofilen und eine große Anzahl von Textbeiträgen vermitteln Wissen über das Geschehen im „Untergrund“ der beiden Bergbaureviere. Mit den heute noch zugänglichen und sichtbaren Spuren ist das allerdings ganz anders. Dass der überwiegende Teil der Grubenbauten in beiden Revieren geflutet ist, dürfte wohl jeder Mansfelder verinnerlicht haben. Wie es heute in den gefluteten Grubenfeldern aussieht, wird uns wohl für immer verborgen bleiben. Um welche Dimensionen es dabei geht, ist vermutlich weniger bekannt. In der Mansfelder Mulde sind unterhalb des Schlüsselstollenniveaus (+72 m NN) rund 44 Mio. m³ bergmännischer Hohlraum geschaffen worden. Im Sangerhäuser Revier entstand unterhalb des Segen-Gottes-Stollns (+ 142 m NN) etwa 12 Mio. m³ Hohlraum. Nur ein kleiner Teil des riesigen unterirdischen Reiches ist auch heute noch begehbar. Bei der Flutung wurde das Wasser in der Mansfelder Mulde bis zum Niveau des Schlüsselstollens angestaut; dieser dient noch immer der Abführung weiter untertägig zusitzender Wässer in natürliche Oberflächengewässer. Im Sangerhäuser Revier kapseln zwei mächtige Dammtore das geflutete Grubenfeld gegen den luftgefüllten Bereich des Altbergbaus ab. Hier finden wir auch das untertägige Ausstellungsareal des Schaubergwerkes Röhrigschacht, welches für Besucher zugänglich ist. Eindrucksvolle Bilder von Führungen & Expeditionen, zeigen, wie es dort heute aussieht. 

Die Wahl des Anstauniveaus (Schlüsselstollen in der Mansfelder Mulde) ist der Tatsache geschuldet, dass das aus den gefluteten Grubenbauten in den Schlüsselstollen überlaufende Stauwasser eine Salzlast trägt. Der gewählte maximale Staupegel gewährleistet, dass dieses salzhaltige Wasser unterhalb der süßwasserführenden Stollen bleibt und damit keine Gefahr für die Umwelt besteht.

Im Sangerhäuser Revier ist das geflutete Grubenfeld unterhalb der 1. Sohle abgekapselt. Hier erfolgt die Wasserabführung aus dem Gebiet des Altbergbaus nördlich von Sangerhausen über den Segen-Gottes-Stolln. Er  ist  dort der tiefste mögliche Stollen mit Anschluss an einen Vorfluter. 

Auch einige der breiten Öffentlichkeit nicht zugänglichen „luftgefüllten“ Grubenbauten im Bereich des Altbergbaus haben mehr oder weniger häufig „Besucher“. Fachleute der Grubensicherheit kontrollieren den sicherheitstechnischen Zustand der Grubengebäude und greifen bei Bedarf zur Gefahrenabwehr ein. Ganz nebenbei entstehen dann gelegentlich eindrucksvolle Fotos, die zeigen, wie die Natur sich auch solche Räumlichkeiten zurückholt und sie dabei manchmal mit farbenprächtigen Sinterablagerungen verziert.

Dieser Bereich der Kupferspuren will solches Bildmaterial nutzen, um Menschen, denen es nicht vergönnt ist, solche Bereiche zu befahren, die Schönheit der aktuellen „Mansfelder Unterwelt“ nahezubringen.

Die roten mit Zahlen versehenen Markierungen auf der Karte sind POI (Point of Interest). Sie weisen auf Orte hin, an denen ein Blick in die "Unterwelt" möglich ist. Die Tabelle unter dem Bild ordnet jedem POI einen Link zu einem entsprechenden Beitrag zu. Dort finden Sie eine kurze Erläuterung, Karten, eine kleine Diaschau – und, falls verfügbar, Links zu weiterführenden Artikeln auf unserer Seite oder zu externen Quellen. In der Zusammenstellung wird auch auf Objekte der Kupferspuren verwiesen, die einen "Blick in die Tiefe" gestatten. Objekte außerhalb der vom Bergbau (direkt) erfassten Flächen sind weitestgehend den Aktivitäten zur Beherrschung und Nutzung des Wassers geschuldet.

Bei Untertageaufnahmen, die während der Befahrung eines längeren Streckenabschnitts entstanden sind, ist der POI-Marker am Anfang oder am Ende des Wegabschnitts oder an einem markanten Punkt gesetzt. Nähere Angaben zum Wegverlauf sind im entsprechenden Beitrag zu finden.  

DIASCHAU

 

Die Diaschau "zum ersten Kennenlernen" beinhaltet Bilder aus unterschiedlichen Bereichen unserer "Untertage-Welt". Diese Aufnahmen sind nicht räumlich verordnet und nur mit dem ungefähren Datum der Aufnahme benannt. Die Fotos hat Kam. Thomas Wäsche geschossen.

 


DIE BESUCHTEN OBJEKTE

Klick auf das Bild zu einem Pop-up-Fenster - dort mit der "Lupe" den gewünschten Kartenbereich wählen

POI LINK  BESCHREIBUNG
     
01 IM GONNAER STOLLEN Kontrollbefahrung im Umbruch - LL 8 bis LL 14
02 IM SEGEN-GOTTES-STOLLEN im Stollen östlich des Röhrigschgachtes 
03 IN DEN WIMMELBURGER SCHLOTTEN zugänglich über den W-Schacht - [003] W-Schacht
04 SCHLOTTEN DES SANGERHÄUSER ALTBERGBAUS Touren, buchbar  für Besucher des Röhrigschachtes
05 DER MÖNCHSTOLLEN IN SITTICHENBACH Objekt [065] der Kupferspuren
     
  Die Beiträge zu den POI sind teilweise noch in Bearbeitung!  
     

Die Verwahrung der Grubengebäude und die damit verbundene Flutung nach dem Ende des Bergbaus im Mansfelder Revier und in der Sangerhäuser Region beschreiben umfänglich von Martin Spilker verfassten Beiträge. Sie gehen auch auf in diesem Zusammenhang angestellten Überlegungen und tangierende Probleme ein.

16.09.2026

Gelesen 358 mal
Mehr in dieser Kategorie: « IN DEN WIMMELBURGER SCHLOTTEN

Kommentar verfassen nur für registrierte Nutzer nach Anmeldung - Gäste nutzen bitte die Kontaktadresse.