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Tour 1 - Exkursion durch die Mansfelder Haldenlandschaften

Wegbeschreibung

Station 1 - Schlossberg Mansfeld - Das Ausgehende des Kupferschieferflözes sowie die Pingen-/Haldenlandschaft 

Die geologischen Aufschlüsse und die Pingen- /Haldenlandschaft an unserer ersten Station sind Teil eines ausgeschilderten Natur- und Geopfades. Den auf einer Schautafel vor Ort gezeigten Verlauf  gibt die hier verlinkte Google Map Karte als separate Teilstrecke (grün gezeichneter Pfad) wieder.

Unser Wegvorschlag für die Station 1 soll nur als Anregung dienen. Der Natur- und Geopfad, das Schloss und die Aussicht auf die Stadt Mansfeld mit ihren Lutherstätten lassen hinreichend Spielraum für Eigeninitiative beim Erkunden der vielen Sehenswürdigkeiten!

Die geologischen Aufschlüsse (Stationen 1.1 und 1.2)

Station 1.1 - Aufschluss Rotliegend

Im Graben der Burg sind rot gefärbte Sandsteine und verfestigtes Schottergestein der Permzeit zu sehen. Diese Schichten werden, zurückgehend auf ein im Bergbau des Mansfelder Landes geprägten Begriff, als „Rotliegend“ (früher auch "Roliegendes") bezeichnet. Es ist das unter dem Kupferschiefer lagernde taube Gestein. Eine Tafel des beschilderten Rundweges vermittelt nähere Informationen zu diesem Aufschluss, der unmittelbar hinter dem Eingang zum Schloss im Burggraben zu finden ist.

Vorbei an mit Schwermetallrasen bedeckten Flächen – mit etwas Glück kann man hier das „Kupferblümchen“  finden – geht es zur

Station 1.2 - Aufschluss Kupferschieferflöz

Am Südhang des Schlossberges befindet sich an einer Hangböschung an dem Weg etwas unterhalb des Geopfades ein bemerkenswerter geologischer Aufschluss.  Der Hanganschnitt ist beim Anlegen der hier verlaufenden Trasse für eine elektrische Kleinbahn entstanden, die von 1900 bis 1922 Eisleben mit Hettstedt verbunden hat. Er vermittelt einen Einblick in die Geologie des Kupferschieferflözes sowie seiner unmittelbaren liegenden und hangenden Gesteinsschichten. Während die Gesteine des Rotliegenden deutlich sichtbar sind, erweist sich die Ansprache des Kupferschieferflözes schwieriger. In dem abgebauten Flözhorizont finden sich nur noch einzelne Reste des Kupferschiefers. Weiterhin ist eine kleine tektonische Störungszone zu erkennen. Über dem ca. 0,3 bis 0,4 m mächtigen Kupferschieferflöz folgt der ca. 4 bis 6 m mächtige Zechsteinkalk. Er wurde früher als Baumaterial verwendet. Hinweise auf den aufgegebenen untertägigen Zechsteinkalkbruch im Bereich der ehemaligen Bahntrasse sind heute nicht mehr zu finden. An der Hangböschung sowie in einem Steinbruch stehen Gipsschichten sowie merglige und dolomitische Rückstandsbildungen des Zechsteinsalinars an. Der im Steinbruch gewonnene Gips wurde möglicherweise beim Bau des Schlosses Mansfeld verwendet, was die Zusammensetzung des verwendeten Baumörtels vermuten lässt.

Station 1.3 - Die Pingen-/Haldenlandschaft

Im Bereich des Schlossberges Mansfeld tritt das Kupferschieferflöz nach Übertage aus bzw. liegt in geringen Tiefen (2-10 m) unter der Geländeoberkante. Die Erzgewinnung kann man vor dem 16. Jh. einordnen. Zu Beginn des 19. Jh. blieben im Bereich des Schlossberges weitere Abbauversuche erfolglos. Neben Kleinsthalden prägen trichter- und kesselförmige Vertiefungen, die Pingen, das Antlitz der Tagesoberfläche. Diese "Kraterlandschaft" ist das Ergebnis des sogenannten Duckelbergbaus. Die Schächte wurden bis zum Flöz in geringe Tiefen bis maximal etwa 10 m getrieben. Von der Sohle dieses Schachtes ist dann sternförmig im Umkreis von etwa 10 m das Erz gewonnen und mit Haspeln zu Tage gebracht worden. Taubes Gestein schüttete man rings um den Schacht ab. Nach dem Ausbeuten des Standortes wurde unmittelbar daneben der nächste Schacht geteuft.

Der Bereich ist stark verbuscht und nur schwer zugänglich, in den Pingen findet sich teilweise auch Müll.

Wer gut zu Fuß ist, kann, wie die Karte zeigt, den Rundweg auch erweitern (blau gezeichneter Pfad), von der Station 1.3 die Station 2 aufsuchen und dann zurück zum Parkplatz gehen! Ein Stop mit dem Auto an Station 2 auf dem weiteren Weg ist natürlich bequemer! Der Fußweg ist ausgeschildert und verläuft etwas nördlich von Station 1.3 beginnend auf dem sogenannten Lutherweg, der scharf in südliche Richtung auf die alte Poststraße abbiegt und dann nach einem kurzen Stück Weges vom Lutherkreuz Richtung Osten der Trasse der ehemaligen elektrischen Kleinbahn folgt. Die Kleinhalden liegen am Ende unseres Fußweges auf der dem Lutherweg gegenüber liegenden Straßenseite.

Auch für den Rückweg ist die Strecke Richtung Station 1.3 unter Umständen die bessere Wahl. Der nördlich liegende, zum Parkplatz abzweigendeTeil des Pfades ist begehbar, führt aber durch stark verbuschtes Waldgelände.

Station 2 - Die Kleinhalden des 17. bis 19. Jahrhunderts

Der Übergang zum Bergbau des 17. bis 19. Jahrhunderts, sichtbar an seinen Kleinhalden, lässt sich vom Schlossberg Mansfeld aus, entlang der Landstraße nach Klostermansfeld gut beobachten. Die Sicht vermittelt einen Eindruck von den Kleinhalden in diesem Bergbaubereich, im sogenannten Hundeköpfer Revier.

Während nördlich der Landstraße eine Haldenlandschaft anzutreffen ist, fehlt sie südlich davon. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die zahlreichen Halden in diesem Bereich rückgebaut und vergraben wurden. 

Station 3 - Die Flachhalden des 19. und 20. Jahrhunderts

Ein Beispiel für die Vielzahl der Flachhalden des 19. und 20. Jahrhunderts mit Berge- und Ausschlägehalden ist die Bergwerksanlage des ehemaligen Zirkel-Schachtes. Der 495 m tiefe Schacht war von 1891 bis 1927 in Betrieb. Von dieser ehemaligen Bergwerksanlage sind nur die Halde sowie einige Gebäudereste erhalten geblieben. Die verfüllte Schachtröhre ist mit einer Betonplatte abgedeckt. Die Tagesanlagen sind später zeitweilig für Wohnzwecke genutzt worden und stehen heute leer.

In der Mansfelder Montangeschichte sind mit dem Zirkel-Schacht zwei schwerwiegende Ereignisse verbunden. Im August 1907 kam es zu einem Seilfahrtsunglück, bei dem fünf Bergleute ihr Leben verloren. Im Oktober 1907 ereignete sich in der 5. Sohle des Zirkel-Schachtes ein verheerender Wassereinbruch mit einem großen materiellen Schaden. Diese Wassereinbruchsstelle, die einen maximalen Zufluss von 30 Kubikmeter/min aufwies, war bis zur Flutung des Mansfelder Reviers im Jahr 1971 aktiv. In der Nähe der Halde kam es Übertage zu Senkungen und Erdfällen, die vom Haldenaussichtspunkt gut erkennbar sind. Eine Verbindung der untertägigen Wassereinbruchstelle im Zirkel-Schacht mit den Mansfelder Seen konnte nachgewiesen werden.

Den weiträumigen Haldenkomplex des Zirkel-Schachtes schüttete man aus Bergen sowie aus Ausschlägen auf. Dementsprechend auffällig sind, wie bei vielen anderen Mansfelder Halden, die Farbunterschiede zwischen den einzelnen Haldenteilen. Die Flachhalde enthält auf einer Fläche von 15,2 ha etwa 7,1 Mio. t Gestein und überragt das Gelände um 58 m.

Im Haldenbetrieb des Zirkel-Schachtes wurden die Förderwagen an den Haldenkanten mittels Kopfwippen gestürzt. Eine maschinelle Haldensturzbrücke kam auf der Zirkelschächter Halde nicht mehr zum Einsatz.

Für die touristische Nutzung der Bergwerksliegenschaft wurde auf dem Haldenplateau ein Aussichtspunkt über das Bergbaurevier Mansfelder Mulde sowie ein Haltepunkt für die Mansfelder Bergwerksbahn geschaffen. Orientierungstafeln weisen dort auf Sehenswürdigkeiten im Umfeld hin. (Die inzwischen verwitterten Tafeln sollen bis Ende 2018 erneuert werden.) Das Betreten der Halde ist allerdings aus Sicherheitsgründen nur nach Anmeldung und in geführten Gruppen möglich. Auch deshalb ist es empfehlenswert, den Besuch der Halde mit einer Fahrt mit der Mansfelder Bergwerksbahn (MBB) zu verbinden. 

    

Station 4 - Die Brandhalde des Glückhilf-Schachtes bei Welfesholz

Zur Bergwerksanlage des Glückhilf-Schachtes gehörten die Schächte 1 bis 3. Die Abteufarbeiten wurden im Jahr 1872 aufgenommen. Die maximale Teufe der Schächte lag bei 327 m. Im Jahre 1877 begann die Schachtanlage mit ihrer Förderung. Ihre Stilllegung erfolgte im Jahre 1909. Die Belegschaft erreichte maximal 1300 Beschäftigte.

In den Jahren 1967, 1974 und 1978 kam es auf der Halde des Glückhilf-Schachtes zu ausgedehnten Bränden im Bereich der bitumenreichen Ausschlägehalde. Nach dem Jahre 1990 begann die Gewinnung und Aufbereitung von Gesteinen dieser Halde als Schotter für den Straßen- und Wegebau. Beim Rückbau der Bergehalde wurden diese „gebrannten Schiefer“ großflächig freigelegt. Der Bitumengehalt der Schiefer spielte bei seiner Verhüttung eine große Rolle. Vor dem Schmelzen im Schachtofen wurde der Schiefer im Freien zur Entfernung der organischen Kohlenstoffverbindung „gebrannt“.

Eine Selbstentzündung der auf den Ausschlägehalden abgelagerten Schiefer kann auf Grund von neuen Untersuchungen ausgeschlossen werden. Vielmehr lagen die Brandursachen in Fremdeinwirkungen (z. B. Brand von Gras- und Ödlandflächen) begründet.

Das Betreten des Haldengeländes ist nicht gestattet. Allerdings befindet sich unmittelbar an der Straße (L 72) etwas abseits der im Rückbau befindlichen Großhalde eine kleine Halde aus "gebrannten Schiefern". Hier ist derzeit (September 2018) noch ein Blick auf solches Material aus nächster Nähe möglich.

 

Station 5 - Haldenkomplexe mit Spitzkegelhalden

Die

sind die drei Großschachtanlagen der Mansfelder Mulde, die mit ihren Spitzkegelhalden bereits von Weitem sichtbar sind. Diese Spitzkegelhalden sind erst mit der Einführung von Höhenförderern auf die bis dato angelegten Flachhalden aufgeschüttet worden.

Die Gelände aller drei Haldenkomplexe werden von dort ansässigen Unternehmen genutzt. Das Betreten der Halden ist somit nicht ohne weiteres möglich und bedarf außerdem der Zustimmung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH, Bereich Kali-Spat-Erz - vormals Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung stillgelegter Bergwerksanlagen (GVV)! Für die Halden des Otto-Brosowski-Schachtes und des Fortschrittschachtes werden Haldenbesteigungen durch ortsansässige Vereine (so auch durch den VMBH) organisiert; die Termine werden auf deren Internetseiten bekanntgegeben.

Insofern ist das unmittelbare Anfahren dieser Stationen außerhalb solcher organisierter Haldenbesteigungen nicht zu empfehlen; die Haldenkomplexe lassen sich aber auch so sehr gut aus etwas größerer Entfernung betrachten. Besonders prädesteniert ist auch hierfür der Aussichtspunkt auf der Halde des Zirkelschachtes (unsere Station 3). Von dort ist der Blick auf alle drei ehemaligen Großschachtanlagen und deren Haldenkomplexe möglich. 

Eine mögliche Route zu den Stationen 5.2 und 5.3 ist auf der verlinkten Karte zu finden ( Strecke A-B-C).

Station 5.1 - Der Haldenkomplex des Otto-Brosowski-Schachtes

Im nordöstlichen Teil der Mansfelder Mulde wird die Lanschaft durch den Haldenkomplex des Otto-Brosowski-Schachtes (bis 1951 Paul-Schacht) mit seiner Spitzkegelhalde geprägt 

Die Teufarbeiten wurden am 21. August 1900 aufgenommen. Der Schacht war mit einer Endteufe von 829,7 m nicht nur der tiefste Schacht in der Mansfelder Mulde, sondern im gesamten südöstlichen Harzvorland.

Der Schacht ging 1908 in Förderung, die bis 1969 andauerte. Schon im Jahre 1909 erreichte die Schachtanlage eine Belegschaftsstärke von 1000 und zu Beginn des Ersten Weltkriegs bereits von 3000 Mann. Der Haldenbetrieb des Schachtes wurde 1942 mit einem Höhenförderer ausgerüstet. Die Höhe der Halde, die sich über eine Fläche von rd. 24,0 ha erstreckt, beträgt ca. 104 m. Die Spitzkegelhalde wurde auf einer rd. 28 m hohen Flachhalde aufgeschüttet. Das aufgeschüttete Bergematerial besitzt ein Volumen von ca. 5,8 Mio. Kubikmeter. Auf der Ausschlägehalde befinden sich ca. 0,496 Mio. t Schiefer.

Der Schacht wies auf Grund seiner Lage zur Steinsalzverbreitungsgrenze eine hohe hydrogeologische Gefährdung auf. Besonders starke, das Bergwerk und die gesamte Mansfelder Mulde gefährdende Wassereinbrüche erfolgten in den Jahren 1952 und 1958. Der letztgenannte Einbruch war mit etwa 2000 m³/min nach der Wassermenge der größte in der Geschichte des Mansfelder Bergbaus. Anfang der 1960er Jahre setzte die Stilllegung der Schachtanlagen im Revier der Mansfelder Mulde ein. Der letzte Schacht war der Otto-Brosowski-Schacht im Dezember 1969. Er wurde im Jahre 1970 als einer der ersten Mansfelder Schächte verfüllt.

Der Gerbstedter Schützenverein e.V., der Nutzer des Haldenkomplexes ist, pflegt auch die bergmännischen Traditionen an diesem montanhistorisch bedeutsamen Standort. So organisiert der Verein auch Besteigungen der Spitzkegelghalde des Schachtes.

 

Die Spitzkegelhalde des Paul-/Otto-Brosowski-Schachtes (Foto Dr. König)
Die Schießanlagen des Gerbstedter Schützenvereins auf dem Haldengelände (Foto Dr. König)
Otto-Brosowski-Schacht (Archiv Roloff)
Paulschacht (Archiv Roloff)

Station 5.2 - Der Haldenkomplex des Ernst-Thälmann-Schachtes

Der Vitzthumschacht, später in Ernst-Thälmann-Schacht umbenannt, wurde in den Jahren 1906 bis 1909 abgeteuft. Er war eine der drei Großschachtanlagen der Mansfelder Mulde und stellte 1962 seine Produktion ein. Seine Spitzkegelhalde weist eine Höhe von 130 m auf. Das aufgeschüttete Gestein hat ein Volumen von ca. 4 Millionen m3. Die Schachttiefe betrug 745 m. Der Schachtdurchmesser lag bei 6 m. Füllorte befanden sich auf der 7. und der 9. Sohle. Die Schachtanlage nahm 1915 die Erzförderung eingeschränkt auf. Erst 1927 erreichte man die volle Leistung. Die Belegschaftsstärke wuchs zu diesem Zeitpunkt auf ca. 4000 Beschäftigte und blieb bis Ende der 1950er Jahre annähernd konstant.

Etwa zeitgleich wurde als 2. Großschachtanlage im Mansfelder Revier der Wolfschacht (ab 1949 Fortschrittschacht) abgeteuft. Beide Schachtanlagen hatten ein etwa gleich großes Leistungsvermögen. Bis Anfang der 1960er Jahre konzentrierte sich auf diese beiden Schachtanlagen ca. 75% der Erzproduktion im Mansfelder Revier. 1951 wurde der Vitzthumschacht in Ernst–Thälmann-Schacht umbenannt.

Die noch verfügbaren Abbaufelder beider Großschachtanlagen verringerten sich Ende der 1950er Jahre immer stärker. 1962 stellte deshalb der Ernst–Thälmann-Schacht seine Produktion ein. Die Belegschaft wurde überwiegend auf neue Schachtanlagen im Sangerhäuser Revier vermittelt.

In fast 800 Jahren wurden im Mansfelder Revier ca. 2,6 Mio. t Kupfer im Erz gefördert. Die Produktion aus dem Vitzthum-/Thälmann-Schacht betrug 12,3 Mio. t Erz mit einem Kupferinhalt von 260.000 t. Damit wurden ca. 10% der Gesamtproduktion der Mansfelder Mulde auf dieser Schachtanlage gefördert.

Sehenswert ist die Plastik "Lichtauge" auf dem Plateau der Flachhalde oberhalb der Straße.

 

Ernst-Thälmann-Schacht Bild 5 (Archiv Roloff)
Ernst-Thälmann-Schacht Bild 1 (Archiv Roloff)
Halde des Thälmannschachtes (Foto Sauerzapfe)
Halde Thälmannschacht (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Betriebsgelände im Jahr 2012 (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Blick aus Richtung Polleben (Foto Weißenborn)
Thälmannschacht - Denkmal (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - ehemaliger Kläubestall Betriebsgelände im Hintergrund (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Gedenktafel auf dem Schachtdeckel (Foto Kowalski)
Thälmannschacht - Haldenbesteigung 2012 (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Lichtauge (Foto Sauerzapfe)
Thälmannschacht - Schlüssel zum Lichtauge (Foto Sauerzapfe)
Vitzthumschacht Bild 4 (Archiv Roloff)
Vitzthumschacht Bild 2 (Archiv Roloff)
Vitzthumschacht Bild 3 (Archiv Roloff)
Plastik Lichtauge auf der Halde des Ernst-Thälmann-Schachtes (Foto Sauerzapfe)
Ernst-Thälmann-Schacht, aus Richtung Thondorf, etwa am Haltepunkt der Bergwerksbahn (Foto Weißenborn)
Blick vom Zirkelschacht auf den Vitzthumschacht (Foto Sauerzapfe)

Station 5.3 - Der Haldenkomplex des Fortschrittschachtes

Der Wolfschacht, 1949 in Fortschrittschacht umbenannt, ist eine der drei Großschachtanlagen der Mansfelder Mulde. Er wurde in den Jahren 1906 bis 1909 abgeteuft und war bis 1967 in Betrieb. Seine weithin sichtbare Spitzkegelhalde erreicht eine Höhe von rund 153 m.

Der Wolfschacht liegt ca. 2 km nordöstlich der Lutherstadt Eisleben. Er ist über die L151 zu erreichen. Die zum Wolfschacht (projekt GmbH) führende Betriebsstraße ist gut ausgeschildert. Auf dem Betriebsgelände sind ausreichende Parkmöglichkeiten vorhanden. Das Gelände des Wolfschachtes bietet eine ganze Reihe von im Rahmen einer organisierten Haldenbesteigung besuchbaren Sehenswürdigkeiten:

  1. Ein Rundgang durch das ehemalige Schachtgelände mit Erläuterungen durch Info-Tafeln, Im Bereich der verfüllten und abgedeckelten Schachtröhre befindet sich ein Haldengarten.
  2. Das ehemaligen Reviergebäudes (Lohnhalle, Kaue) in der sich jetzt die Fertigungsstätten der „projekt Schul- und Objekteinrichtungen GmbH“ befinden. 

Beim Abteufen des Wolfschachtes traf man auf zwei Kaliflöze von 24 m bzw. 4 m Mächtigkeit. Das führte zur Gründung des Kalisalzbergwerkes Wolfshall. Ohne den weiteren Ausbau des Wolfschachtes zur Kupferschieferförderung zu behindern, wurden in den Jahren 1911 bis 1914 aus der Schachtröhre des Wolfschachtes heraus zwei Kalisohlen aufgefahren. Das dabei gewonnene Kalisalz transportierte man mittels einer im Jahr 1913 fertig gestellten Drahtseilbahn zur Weiterverarbeitung nach Eisleben. Mit Ausbruch des I. Weltkrieges endete der Betrieb von Wolfshall.

In den Jahren 1917 bis 1923 erfolgte die Anbindung des Wolfschachtes an das Streckennetz der Mansfelder Bergwerksbahn. Der Bau der Bahnstrecke gestaltete sich auf Grund der Geländemorphologie sehr aufwendig. Es mussten vier Brückenbauwerke errichtet werden. In den Jahren 1950 bis 1960 bewegte sich die Belegschaftsstärke zwischen 4000 und 5000 Personen. Beginnend mit dem Jahr 1960 erfolgte eine planmäßige Umsetzung von Arbeitskräften des Fortschrittschachtes in das Sangerhäuser Revier. Im Jahr 1966 wurde der Fortschrittschacht eine Betriebsabteilung des Otto Brosowski-Schachtes, bevor man am 8. Dezember 1967 die Erzförderung endgültig einstellte. Im Jahr 1971 wurde die Schachtröhre verfüllt. Anschließend demontierte und verschrottete man das Fördergerüst. Gleiches geschah mit den Brücken der Bergwerksbahn (z.B. Vogelsangbrücke).

 

Abteufarbeiten am Wolfschacht um 1906 (Sammlung König)
Eingang Lohnhalle 1930 (Foto Mansfeldmuseum)
Fortschrittschacht etwa 1960 (Foto Mansfeldmuseum)
Wolfschacht - Unter Tage in den 20er Jahren (Foto aus dem Besitz von Reinhardt Großkopf)
Wolfschacht: Schautafel 3 (Schachtprofil)
Wolfschacht: Schautafel 6
Wolfschacht: Schautafel 5
Wolfschacht: Schautafel 4
Wolfschacht: Schautafel 2
Wolfschacht: Schautafel 1
Brigade vor dem Fördergerüst des Forschrittschachtes , ca. 1960 (Foto Mansfeldarchiv)
Blick vom Zirkelschacht auf den Wolfschacht (Foto Sauerzapfe)
Verein der Mansfelder Bergarbeiter auf dem Fortschrittschacht 2005 (Foto Weißenborn)
Luftbild Wolfschacht um 1930 (Foto Mansfeldarchiv)

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