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[118] Bohrschacht Mönchpfiffel

 


Ende 1978 als ausziehender Wetterschacht für das Baufeld Allstedt in Betrieb genommen



Objektbeschreibung

Quelle: Mansfeld - Die Geschichte des Berg- und Hüttenwesens - Band 3: Die Sachzeugen

Das Teufgerüst des Bohrschachtes wird aufgerichtet (1975) (MansfeldBand3)
Der Wetterschacht Mönchpfiffel 2007 (MansfeldBand3)

In den Jahren 1958 bis 1962 war südlich des Grubenfeldes des Bernard-Koenen-Schachtes durch geologische Bohrerkundung ein abbauwürdiges Kupferschieferareal bekannt geworden. Um dieses Feld abzubauen, sah eine Konzeption ursprünglich vor, etwa 1 km südlich der Ortslage Allstedt einen eigenständigen Förderschacht mit dazugehörigem Wetterschacht (den Schacht Allstedt) niederzubringen.

1968 wurde dieses Projekt aufgegeben und konzipiert, das Baufeld Allstedt unter Tage an das Grubenfeld des Bernard-Koenen-Schachtes anzubinden und einen zusätzlichen Wetterschacht am Ostrand der Ortslage Mönchpfiffel niederzubringen. Daraufhin erfolgten ab Januar 1969 in der Grube die dazu notwendigen Ausrichtungsauffahrungen.

Als Anschlusssohlen zum Baufeld Allstedt wurden die 520m Sohle und die 10. Sohle (-632 m NN) als Richtstrecken nach Süden weitergefahren und erst beim Erreichen des Allstedter Feldes wieder im Flözniveau als normale Sohle mit Flözaufschluss vorgetrieben. 1973 konnte dann auf der 9. Sohle im Flügel 59 der Abbau im Baufeld Allstedt aufgenommen werden. In diesem Bereich wurde dann auch der zur Wetterführung erforderliche Bohrschacht Mönchpfiffel an das Grubenfeld angeschlossen (siehe Bild unten).

Im Mai 1975 wurde nach Fertigstellung der Bohrschächte 1 und 2 in Brücken (Baufeld des Thomas-Münzer-Schachtes Sangerhausen) die zum Niederbringen des Bohrschachtes notwendige technische Anlage der zum Mansfeld-Kombinat gehörenden Firma Schachtbau Nordhausen von Brücken nach Mönchpfiffel umgesetzt. 

Lage des Wetterschachtes Mönchpfiffel im Grubenfeld (Archiv Spilker)

Nach der Installation des Hauptgrubenlüfters mit einer Leistung von 5 500 m³/min konnte der Bohrschacht Mönchpfiffel Ende 1978 als ausziehender Wetterschacht in Betrieb genommen werden, eine Notförderung für Personentransport war vorhanden. Der Schacht wurde 1992 verfüllt.  

Heute ist das Gelände des Schachtes in Privatbesitz und nicht frei zugänglich.


Zahlen und Fakten

Es sind folgende technischen Parameter zu nennen:

  • Bohransatzpunkt 500 m östlich der Ortslage Mönchpfiffel bei +130 m NN
  • Bohrzeit 1975 bis 1978
  • Anfangs / Enddurchmesser 5,6 m / 2,9 m

Geologisches Schichtenprofil

  • bis 215,0 m Buntsandstein
  • bis Endteufe 687 m / -557 m NN Zechstein, davon
  • bis 325,8 m Tone und Anhydrite
  • bis 651,4 m Staßfurtsteinsalz
  • bis 687,0 m Kalkmergel und Anhydrite

Das Staßfurtsteinsalz wurde, da der Schacht bereits unterfahren war, mit Hilfe eines Vorbohrlochs von unter Tage aus nach oben gebohrt. Dadurch war es möglich, das anfallende Salzbohrklein im trockenen Zustand nach über Tage abzufördern und umweltschonend abzulagern.

(Letzte Aktualisierung: Januar 2019)

Weitere Informationen

  • Standortbeschreibung:

    Das Gelände des Schachtes ist in Privatbesitz und nicht frei zugänglich.

  • Geodaten:
    51°22'43.67"N 11°22'39.77"E
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